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Grammer: Die Übernahmefantasie ist zurück

Das Geschäft bei Grammer mit Sitzen für Lastwägen läuft gut. keystone

Monatelang lief die Aktie von Grammer nur noch seitwärts. Vor einer Woche allerdings zog es die Notierung deutlich nach oben. Es zirkulieren Übernahmegerüchte und die Geschäfte laufen rund.

Von Georg Pröbstl*
am 22.12.2016

Vor einigen Monaten war das noch ein glasklarer Übernahmekandidat. Hatten doch im März Nijaz Hastor und seine Halog GmbH rund zehn Prozent der Grammer-Aktien zusammengekauft. In den folgenden sechs Monaten zog es den Kurs des Anbieters von Sitzen für Nutzfahrzeuge und Züge sowie von Systemen für die Pkw-Innenausstattung dann auch um fast 100 Prozent nach oben. Der Auftrieb kam dann in den folgenden Monaten aber zum Erliegen und der Kurs erodierte sogar um 20 Prozent.

Seit Anfang Dezember allerdings ist wieder Leben in der Aktie. Vor einer Woche wurde bekannt, dass der Grossaktionär seinen Anteil am SDAX-Mitglied indirekt nun auf mehr als 20 Prozent erweitert hat. Das nährt die Hoffnung auf weitere Aktienkäufe und beflügelt den Kurs. Operativ ist Grammer ohnehin sehr vielversprechend.

Langfristig starkes Wachstum

Rund läuft es etwa in Nordamerika und die Amberger haben auch China verstärkt im Visier. Erst vor einigen Monaten wurde mit dem chinesischen Lkw-Hersteller Shaanxi Automobile ein Joint Venture geschlossen, bei dem Grammer Sitze für die Lastwägen der Chinesen liefern soll. Positiv wirken auch neu eingeführte Produkte und neue Serienfertigungen.

Nachdem der Umsatz des Unternehmens im vergangenen Jahr um 4,4 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro gestiegen ist, gab es in den ersten neun Monaten 2016 sogar einen Schub um 19,8 Prozent. Für das Gesamtjahr peilt Firmenchef Hartmut Müller ein Plus von mehr als 15 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro an. Das operative Ergebnis soll dabei um rund 50 Prozent von 42,7 auf über 60 Millionen Euro klettern. Nach einem geschätzten Gewinn von etwa 3,50 Euro je Aktie in diesem Jahr könnte das Ergebnis in 2017 bei weiteren Umsatzsteigerungen schon im Bereich von 4,0 Euro je Aktie liegen.

Angesichts des starken Wachstums – Grammer steigerte den Umsatz seit 2010 im Durchschnitt um neun Prozent im Jahr – wäre die Aktie mit 12er-KGV nicht teuer. Immer wieder aufkeimende Übernahmefantasie könnte den Kurs zusätzlich antreiben.

Grammer AG
ISIN: DE0005895403
Gewinn je Aktie 2018e: 4,0 €
KGV 2018e: 12,5
Dividende/Rendite 2016e:1,0 €/2,0%
EK je Aktie: 21,15 €
EK-Quote: 22,9%
KBV: 2,4 
Kurs/Ziel/Stopp: 50,0/65,0/34,70 €

 

* Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) spezialisiert. Seit Jahresbeginn erreicht das Musterdepot eine Performance von +13 Prozent, während der Dax stagniert. Seit Start im April 2010 steht ein Zuwachs von +259 Prozent (Dax: +63 Prozent).

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