Die Renditen für erstklassige Obligationen sind im Keller. Auf der Suche nach mehr Rendite sind Anleger bereit, sich auf komplexere und mehr exotische Investments einzulassen. In diesem Umfeld konnten Hybridanleihen in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewinnen. So wurden von Unternehmen im vergangenen Jahr insgesamt Hybridanleihen mit einem Volumen von 25 Milliarden Euro begeben. Das Marktsegment hat sich dadurch in nur einem Jahr verdoppelt.

Während Banken und Versicherungen Hybride schon länger zur Aufstockung der Kapitalbasis einsetzten, wird dieser Anleihentyp von Industrieunternehmen erst seit 2012 in einem nennenswerteren Umfang emittiert. Für Anleger bedeutet die steigende Zahl an Emissionen: Nicht nur auf die Rendite achten, sondern auch auf die Risiken.

Worauf Anleger achten müssen

Hybridanleihen bergen neben zahlreichen Kündigungsklauseln zugunsten des Emittenten auch die Gefahr, dass der Inhaber bei einer Insolvenz des Emittenten erst nachrangig mit seinen Rückzahlungsansprüchen bedient wird. Das erhöht die Verlustgefahr und das Risiko der Aussetzung von Couponzahlungen.

Wer dennoch investieren will, sollte die Emittenten von Hybridanleihen genau unter die Lupe nehmen. Die Experten für Obligationen bei J. Safra Sarasin haben den Hybridsektor untersucht und sehen selektive Chancen. «Wir rechnen mit einem weiterhin vergleichsweise guten Abschneiden risikoreicherer Anleihenformen in den kommenden Monaten», erklärt Sergio Andenmatten, Analyst bei der Bank. Die Ansicht des Experten: Die Risiken in diesem Segment sind beherrschbar, und während andere Unternehmensanleihen immer weniger Rendite abwerfen, werden hier durchaus noch attraktive Renditen geboten.

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Alpiq-Hybrid mit hoher Rendite

Bei Hybridanleihen von Schweizer Unternehmen hält J. Safra Sarasin derzeit drei Emittenten für interessant. Der erste ist Aryzta (ISIN: CH0200044813). Der Kurs der Obligation beträgt 102,30 Prozent, der Coupon 5,0 Prozent und die Rendite bis zur ersten Kündigungsmöglichkeit beläuft sich auf rund 3,4 Prozent.

Kandidat Nummer zwei kommt vom Energieversorger Alpiq (ISIN: CH0212184037, Kurs: 101,70 Prozent, Coupon: 4,0 Prozent). Die Rendite dieser Hybridanleihe bis zur ersten Kündigungsmöglichkeit beträgt 4,6 Prozent. Die dritte Alternative wurde von der Handels- und Logistikholding Valora Holding (ISIN: CH0211282550, Kurs: 104,30 Prozent, Coupon: 4,0 Prozent) aufgelegt. Als Rendite bis zur ersten Kündigungsmöglichkeit ergeben sich hier 3,1 Prozent.

Hybridanleihen – weitere Emissionen sind zu erwarten

Nach Einschätzung der Experten von J. Safra Sarasin könnte die Auswahl an Hybridanleihen demnächst grösser werden, weil möglicherweise einige Schweizer Unternehmen damit ihre Bilanz aufbessern oder Expansionspläne finanzieren. Als Kandidaten werden beispielsweise der Schokoladenproduzent Barry Callebaut und der Personaldienstleister Adecco genannt. Aber auch hier müssen Börsianer vor dem Einstieg Chance und Risiko auf ihr eigenes Anlageprofil abstimmen.