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Idorsia – ein Unternehmen mit Potenzial

Idorsia: Das Unternehmen hat mit Actelion einen starken Rückhalt. Keystone

Von der Gründung bis zum Börsengang von Idorsia dauerte es nur wenige Monate. Das Unternehmen hat mit Actelion einen starken Rückhalt. Doch nicht alle Analysten sind überzeugt.

Von Annika Janssen
am 22.06.2017

Von der Gründung bis zum Börsengang der Actelion-Abspaltung Idorsia dauerte es nur wenige Monate. Anfang des Jahres war bekannt geworden, dass Actelion im Zuge der Übernahme durch den US-Pharmakonzern Johnson & Johnson eine Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft abspalten und an die Börse bringen wollte. Vor genau einer Woche, am vergangenen Freitag, war es dann schon so weit: Idorsia feierte ihr Börsendebüt an der Schweizer Börse SIX.

Und wie: Die Idorsia-Valoren kamen für zehn Franken an den Markt, wurden allein in den ersten drei Handelsstunden fast sieben Millionen Mal gehandelt und stiegen in diesem Zeitraum um 22 Prozent. Inzwischen steht der Kurs bei 15,4 Franken – Tendenz steigend. Investoren haben offenbar grosses Vertrauen in den Actelion-Gründer Jean-Paul Clozel, der die neue Forschungs-Abspaltung leiten wird.

Clozel war jahrelang Chef von Actelion und führte den Pharmakonzern mit Sitz in Allschwil im Kanton Basel-Land innerhalb weniger Jahre an die Spitze des europäischen Biotechnologie-Marktes. Mit Idorsia strebt er nun das gleiche Ziel an. Anleger erwarten anscheinend, dass ihm dieses Kunststück gelingen kann.

Idorsia hat mit Actelion einen starken Rückhalt

Ob sie recht behalten, wird sich erst in vielen Monaten herausstellen. Die Voraussetzungen sind indes nicht schlecht: Idorsia hat mit Actelion einen starken Rückhalt. 650 ehemalige Mitarbeiter des Pharmakonzerns arbeiten nun für Idorsia, forschen vor allem zu Störungen des zentralen Nervensystems, Herz-Kreislauf- sowie Immunerkrankungen. Für ein gutes finanzielles Polster ist ebenfalls gesorgt: Aus dem Verkauf von Actelion an Johnson & Johnson dürfte der Forschungsabspaltung etwa eine Milliarde Franken zugeflossen sein. 

Auch die Produkt-Pipeline von Idorsia ist schon jetzt gut gefüllt: Vier Wirkstoffe sind bereits in Phase II ihrer Entwicklung, fünf in verschiedenen Phase-I-Programmen. Am weitesten fortgeschritten in ihrer Entwicklung sind die beiden Wirkstoffe Ponesimod zur Behandlung Multipler Sklerose sowie das Antibiotikum Cadazolid. Sie gelten als vielversprechend. Bis sie zur Marktreife gelangen, dürfte es jedoch noch einige Zeit dauern: Firmenchef Clozel will zwar schon in fünf Jahren mit dem Verkauf von zwei bis fünf Idorsia-Arzneimitteln starten.

Experten uneins über Kursentwicklung

Analysten halten dieses Ziel jedoch für überaus ambitioniert: Zum einen dauert es bis zur Markteinführung eines Medikaments meist zehn Jahre oder mehr. Zum anderen gelangen manche Medikamente nie zur Marktreife, weil sie sich in der Studienphase oder in klinischen Tests als unbrauchbar herausstellen.

Analysten bewerten den Idorsia-Valor bislang recht unterschiedlich: Während die US-Investmentbank Jefferies ein Kursziel von 20 Franken avisiert und klar zum Kauf des Titels rät, senkte Notenstein La Roche vor wenigen Tagen den Daumen: Anleger sollten die Idorsia-Aktie verkaufen. Die monetäre Starthilfe von Johnson & Johnson werde rasch wegschmelzen. In den kommenden Jahren werde Idorsia erst einmal Geld verbrennen.

Bis die Actelion-Abspaltung tatsächlich Gewinne einfährt, dürfte es in der Tat noch eine Weile dauern. Dessen sollten Anleger sich bewusst sein, wenn sie einsteigen – und den Valor nur kaufen, wenn sie Geduld mitbringen. Dann könnte Idorsia in Zukunft durchaus für positive Überraschungen sorgen. Die Voraussetzungen dazu hat das Unternehmen.

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