Rohstoffe? Viele Anleger winken ab. Egal, ob Gold, Öl oder Industriemetalle – die Kurse sind im Keller, und es fehlt derzeit einfach ein Kurstreiber.

Auf den ersten Blick scheinen auch Agrarrohstoffe im Moment wenig gefragt zu sein. Der Weizenpreis liegt mit rund 189 Dollar je Tonne nur etwa um 10 Prozent über seinem Fünfjahrestief.

Anleger verschmähen Mais, Soja und Reis

Mit 9,06 Dollar je Bushel – entsprechend einem Raumvolumen von rund 35,2 Litern – stehen Sojabohnen so tief in der Gunst der Käufer wie kein einziges Mal seit 2010, und auch Mais ist mit 3,70 Dollar je Bushel nicht weit vom tiefsten Stand der letzten fünf Jahre entfernt. Dabei waren diese drei Getreide- und Ölsaaten noch im 2012 in etwa doppelt so teuer.

Aber auch Reis ist im Tief. So kostet die Tonne derzeit mit rund 390 Dollar so wenig, wie zuletzt Anfang 2008. Damals allerdings schoss die Notierung im Laufe des Jahres um das Dreifache auf bis zu rund 1000 Dollar nach oben.

El Niño – da braut sich was zusammen!

Die Preistiefs bei den genannten Agrarrohstoffen könnten aber bald ein Ende finden. Und zwar, wie so oft im Bereich der Agrarprodukte, wegen des Wetters und entsprechender Ernteausfälle, denn im Moment braut sich über dem Pazifik ein gewaltiges Unwetter zusammen. Konkret geht es um das bekannte Naturphänomen El Niño.

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Der Name – das Christkind – geht zurück auf peruanische Fischer. Die haben nämlich schon vor langer Zeit beobachtet, dass die Temperaturunterschiede, welche dieses Klimaphänomen beschreiben, im Pazifik im Winter am grössten sind.

Es drohen Stürme und Dürren

So liegt die Wassertemperatur bei Indonesien zu dieser Jahreszeit bei etwa 28 Grad Celsius und vor der Küste Perus nur bei 24 Grad Celsius. Tritt nun das Wetterphänomen El Niño ein, hat das die Abkühlung der Wassertemperatur im westlicheren Pazifik zur Folge und dafür steigende Temperaturen im Ostpazifik.

Das wiederum führt zu Änderungen der Luftströme und letztendlich je nach Stärke zu teilweise katastrophalen Unwettern und Auswirkungen rund um den Globus. Je nach Region kommt es zu Sturm und Hurrikan, Dürreperioden oder Starkregen mit Überschwemmungen.

US-Wetterbehörde warnt schon jetzt

Dieses Phänomen des El Niño mit starken Verschiebungen der Temperaturen und Strömungsverhältnisse im Pazifik ist in Zyklen von zwei bis sieben Jahren zu beobachten. Und da könnte es in diesem Jahr stark zur Sache gehen, denn jetzt warnt die amerikanische Wetterbehörde NOAA vor einem gefährlichen El Niño in diesem Jahr.

Schon in den letzten Monaten kam es während der Hurrikansaison im Pazifik zu vielen starken Taifunen und zu einer Erwärmung der Wassertemperaturen vor der Küste von Ecuador und Peru. Klimaforscher gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung in den nächsten Monaten noch verstärken wird. Mit Folgen auf grosse Teile des globalen Klimas.

Dürre auf dem Subkontinent

Die Experten erwarten beispielsweise in weiten Teilen Südamerikas Dauerregen und Überschwemmungen und im Westpazifik, etwa für Indonesien und Nordaustralien, Dürre und Waldbrände. Das könnte Missernten mit sich bringen. In Indien nämlich wird ein Rückgang der Regenmenge im September um 15 Prozent erwartet, in Thailand sprechen die Behörden von einem Einbruch der Reisernte von über 40 Prozent.

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In den USA – einem grossen Produzenten von Getreide – könnte es Überschwemmungen geben, und die Erntemengen werden möglicherweise negativ beeinflusst werden.

Anlagezertifikate als gute Wahl

Vom aktuell tiefen Preisniveau aus betrachtet könnte es also gut möglich sein, dass Weizen (Zertifikat auf Weizen-Future: DE000BC0WZN8, Laufzeit endlos), Soja (Sojabohnen-Future: AT0000A05VQ6, Laufzeit endlos), Mais (Mais-Future: AT0000A05VN3, Laufzeit endlos) und ganz besonders Reis (Zertifikat auf den Rough Rice Future: ISIN: DE000HV5YFZ0, Laufzeit endlos) in den nächsten Monaten deutlich teurer werden.

Anlagezertifikate auf diese Agrarrohstoffe könnten da eine gute Wahl sein.

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