Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes iPhone? Oder an den Klassiker unter den Handys, das Nokia 3310? Wenn Sie auch zu den Leuten gehören, die stets das neueste Modell besitzen müssen, dann versteckt sich in Ihrem Schreibtisch oder in Ihrer Krimskrams-Schachtel vielleicht ein kleiner Schatz.

Die Verkaufsportale Ricardo und Ebay haben auf Anfrage von handelszeitung.ch Daten zusammengestellt, die zeigen: Handys von Apple, Motorola oder Nokia erzielen erstaunliche Preise. Ebay nennt dabei den Höchstpreis pro Modell für das vergangene Jahr, Ricardo hat den zuletzt erzielten Verkaufspreis errechnet.

Mit Glück rund 500 Euro

Das Motorola Razr V3 etwa – das bereits zu seiner Zeit im Jahr 2004 als unterdurchschnittlich galt – verkaufte sich auf Ricardo zuletzt für immerhin 15 Franken und auf dem deutschen Marktplatz von Ebay gar für 129 Euro.

Generell liegen die Verkaufserlöse der Handy-Klassiker auf der in Deutschland vornehmlich genutzten US-Plattform höher als bei Ricardo. So bezahlte ein Liebhaber für das Modell Startac von Motorola im letzten Jahr 499 Euro, bei Ricardo zuletzt nur gerade 50 Franken. Beim HTC One beträgt der Unterschied rund 40 Franken.

Als der Akku noch eine Woche reichte

Nostalgie ist im Fall von Nokia ein besonders gutes Verkaufsargument. Laut einer Studie der Marktanalysten von CCS Insight verbinden viele Leute positive Erinnerungen mit den frühen Modellen 3310 und 3390.

Das sei kein Wunder, erklärt Handyexperte Ben Wood: «Die Marke war in den 90er Jahren ein Game Changer und Nokia hat extrem viel dafür getan, ihre Handys für alle zugänglich zu machen. Nokia-Handys waren erschwinglich, robust, zuverlässlich und, im Unterschied zu den meisten Smartphones von heute, mussten sie manchmal nur einmal in der Woche aufgeladen werden.» Nokia hat Mobiltelefonie zum Massenphänomen gemacht.

Verkaufsschlager noch heute beliebt

Auch hierzulande finden sich offenbar viele Nostalgiker. Denn während die Marke Nokia in China eben erst mit dem neuen Nokia 6 einen Comebackversuch gestartet hat, ist bei Schweizern das Uraltmodell 3310 aus dem Jahr 2000 noch immer gefragt. Fünf Zeilen Text, vier Spiele und eine Auswahl von 35 Klingeltönen – funktional kann es mit heutigen Geräten nicht mithalten.

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Bei Ricardo sind Käufer aber bereit, zwischen 22 und 72 Franken für eines der kompakten Handys zu zahlen. Bei Ebay betrug der Höchstpreis 2016 gar 400 Euro. Das Handy war wie auch sein Nachfolgemodell 3330 seinerzeit ein Verkaufsschlager. Gut möglich also, dass beim einen oder anderen zu Hause eines der 126 Millionen verkauften Geräte unbenutzt herumliegt.

Auf iPhone-Fans der ersten Stunde hoffen

Was Nokia für Handys war, ist Apple bei Smartphones: Das erste der inzwischen 15 Modelle kam vor zehn Jahren auf den Markt. Nach Angaben von Ricardo zahlen Fans für das Ursprungs-iPhone noch heute bis zu 369 Franken. Dabei ist aber etwas Glück gefragt, denn der durchschnittliche Verkaufspreis liegt mit 57 Franken deutlich tiefer. Gar rätselhaft hoch mutet der Höchstpreis 2016 auf Ebay Deutschland an: 2'990 Euro sind definitiv kein Schnäppchen.

Weitere Klassiker sind das Motorola V3 Dolce & Gabanna, der Nokia 9000 Communicator oder auch das Sony Ericsson W88i (siehe Bildergalerie oben). Noch höhere Preise lassen sich nur mit seltenen und exklusiven Modellen erzielen. Die teuersten Handys, die jemals bei Ricardo verkauft wurden, sind eine TAG Heuer Meridiist II für 4000 Franken und eine Vertu Signature Touch für 2500 Franken.

Vielleicht finden Sie auf der Suche nach einem Handyklassiker noch weitere Antiquitäten wie Spielkonsolen oder Plattenspieler. Auch diese Staubfänger lassen sich mit etwas Glück in Geld umwandeln.