Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Freitagmittag weiter im Minus. Nach einem noch positivem Auftakt drehte der SMI schnell ins negative Terrain uns sank zeitweise unter die Marke von 8'700 Punkten. Seitdem hat sich der Leitindex vom Tagestief wieder etwas erholt, auch mit Rückenwind eines schwächeren Schweizer Franken. Der Euro sprang erstmals seit Mitte Januar wieder über die Schwelle von 1,10 Franken.

Die Anleger bleiben zurückhaltend und halten sich vor der Zinsentscheidung des Fed in der kommenden Woche an der Seitenlinie, heisst es im Handel. Von einem Ende der Volatilität seien die Märkte noch weit entfernt.

Warten auf weitere US-Konjunkturdaten

Angesichts der Unsicherheiten um die US-Zinswende treten Konjunkturdaten aus Europa in den Hintergrund. So hatte Italien gute Daten zur Industrieproduktion gemeldet, in Deutschland und Spanien blieb die Inflation wie erwartet gering.

Am Nachmittag stehen mit den Erzeugerpreisen und dem Index zum Konsumentenvertrauen der Uni Michigan noch US-Konjunkturdaten auf der Agenda, welche die Märkte in Bezug auf den Fed-Entscheid bewegen könnten.

Actelion leidet

Der Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 12 Uhr 0,30 Prozent auf 8752,43 Punkte. Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) gibt um 0,23 Prozent auf 1299,31 Zähler ab und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,29 Prozent auf 8922,30 Punkte. Von den 30 Blue Chips stehen 21 im Minus, acht im Plus und Zurich unverändert.

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Actelion (-3,6 Prozent) haben die Verluste noch ausgeweitet. Das Unternehmen hat vorläufige Gespräche mit dem US-Biotechunternehmen ZS Pharma bestätigt. Verpflichtungen bestünden von beiden Seiten keine. Zuvor hatte Bloomberg über ein Kaufinteresse der Schweizer berichtet und eine Bewertung von 2,5 Milliarden Dollar genannt.

Vom Gejagten zum Jäger

Actelion werde damit vom Gejagten zum Jäger, lauten Kommentare von Analysten. Kepler sieht die genannte Bewertung von ZS als wertneutral, ein höherer Preis würde Actelion aber belasten. Am Donnerstag hatten Actelion noch aufgrund von Spekulationen um ein mögliches Interesse von Wettbewerbern zeitweise um mehr als 3 Prozent zugelegt.

Grössere Verluste erleiden nachrichtenlos Sika (-1,9 Prozent) oder Clariant (-1,1 Prozent). Swisscom (-0,8 Prozent) setzen die am Donnerstag begonnene Abwärtsbewegung fort. Ein Analyst hatte bemängelt, dass der Telekomkonzern nicht auf die sinkenden Preise des Wettbewerbs reagiert habe.

Die schwergewichteten Novartis (-1,2 Prozent) belasten den SMI ebenfalls. Bei Roche (-0,4 Prozent) und Nestlé (-0,1 Prozent) fallen die Minuswerte deutlich verhaltener aus.

Bessere Einschätzung von Syngenta

Für Syngenta (+2,6 Prozent, 343,30 Franken) hat Bernstein das Rating auf Outperform von Marketperform angehoben und das Kursziel auf 405 von 323 Franken angepasst. Der Analyst rechnet mit Veränderungen beim Konzern, die als Kurstreiber wirken könnten.

Die zuletzt schwachen Richemont (+0,5 Prozent) werden von der Bewertungsanhebung auf Marktgewichten von Untergewichten durch die ZKB gestützt. Wettbewerber Swatch tendieren mit -0,1 Prozent leicht tiefer. Auch die Finanzwerte UBS (-0,3 Prozent) und CS (+0,3 Prozent) zeigen sich uneinheitlich.

Transocean (+3,3 Prozent) legen überdurchschnittlich zu und vollziehen die Aufwärtsbewegung im US-Handel nach. Ansonsten können sich ABB (+0,6 Prozent) von den Abgaben in Folge der am Mittwoch angekündigten Restrukturierung etwas erholen. Zudem können noch Galenica (+0,6 Prozent) nennenswert zulegen.

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Am breiten Markt können Temenos ein Plus von 12,7 Prozent verbuchen. Der Bankensoftwarehersteller hat einen Auftrag von Nordea erhalten und die Guidance erhöht. Analysten sehen damit einen Anfang bei grösseren Aufträgen gemacht und rechnen mit steigender Dynamik.

Valiant mit US-Deal

Kudelski (+0,4 Prozent) vermarktet die Verschlüsselungs-Technologien weiter erfolgreich und meldete am Vorabend erneut Verkaufserfolge in Vietnam und der Slowakei. Derzeit läuft in Amsterdam die Branchenmesse International Broadcasting Convention (IBC). Der Vontobel-Analyst verweist auf die zuletzt gestärkte Präsenz des Unternehmens in Asien.

Für Lindt&Sprüngli (PS -0,9 Prozent) hat Goldman das Rating auf Neutral von Buy gesenkt, das Kursziel für die Namenaktien liegt weiter auf 63'000 Franken. Nach der jüngsten Kursentwicklung sei das Aufwärtspotenzial in nächster Zeit begrenzt, so der Analyst.

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Nun hat sich auch Valiant (Aktie: -1,6 Prozent) mit dem US-Department of Justice auf einen Vergleich geeinigt und zahlt eine Busse von 3,3 Millionen Dollar. Das ist bereits die 34. Einigung der sogenannten Kategorie-2-Banken mit dem Justizministerium.

(awp/mbü/chb)