In den USA hat die Dynamik des Preisanstiegs im Juli stärker als erwartet nachgelassen. Die Inflation schwächte sich auf 8,5 Prozent ab, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte.

Im Juni hatte die Teuerung in der grössten Volkswirtschaft der Welt noch bei 9,1 Prozent gelegen, und damit auf dem höchsten Stand seit über 40 Jahren.

Die Aktienmärkte reagieren positiv auf die Zahlen. Dahinter steckt vor allem die Hoffnung, dass die US-Notenbank Fed angesichts der neuen Daten künftig die Zinsen doch weniger stark anheben könnte, als bisher erwartet.

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In den USA eröffnete der Dow Jones mit einem deutlichen Plus und notierte knapp 1,5 Prozent höher. Vor allem bei den Technologie-Papieren in den USA stehen die Zeichen auf Erholung: Die Nasdaq legte um 2,2 Prozent zu. 

Auch in der Schweiz machte der SMI nach Bekanntgabe der US-Inflationszahlen einen Sprung. Notierte der Leitindex am Morgen noch leicht in der Verlustzone, verbuchte er am Nachmittag bis zum Handelsschluss ein Plus von rund 0,2 Prozent. 

Volkswirte hatten mit einem Rückgang der Inflation gerechnet, waren aber im Schnitt von einer etwas höheren Rate von 8,7 Prozent ausgegangen. Die schwächere Inflation im Juli wurde unter anderem mit dem jüngsten Rückgang der Benzinpreise in den USA erklärt. Auch mit einer Preissteigerung um 8,5 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat befindet sich die Teuerung in den USA allerdings noch immer auf einem 40-Jahre-Hoch, nimmt man die Vormonate aus. 

Der US-Dollar und die Kapitalmarktzinsen in den USA gaben nach der Veröffentlichung der Preisdaten stark nach. Das spricht dafür, dass die Finanzmärkte bei den künftigen Zinsschritten nicht mehr so starke Erhöhungen erwarten wie bisher. Zuletzt hatte die Fed Ende Juli mit einer Zinserhöhung um 0,75 Prozentpunkte gegen die hohe Inflation angekämpft. 

Die Umkehr des Trends einer steigenden Inflation dürfte auch US-Präsident Joe Biden freuen. Die hohen Preise setzen seinem Ruf besonders stark zu. 

(SDA/mdm)