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Sanktionen
Bericht: Finma wird sieben UBS-Händler massregeln

Finma: Die Behörde ermittelt seit längerem wegen des Devisenskandals. Keystone

Im Skandal um manipulierte Devisenkurse wird die Finanzmarktaufsicht wohl bald Strafen aussprechen: Laut einem Medienbericht hat sie sieben Händler einer Schweizer Grossbank im Visier.

Veröffentlicht am 01.12.2015

In den kommenden Wochen drohen laut informierten Kreisen bis zu sieben Händlern der UBS Sanktionen der Schweizer Finanzaufsicht. Damit dürften sie die ersten Personen sein, die im Rahmen des weltweiten Skandals um Manipulationen bei Devisenkursen bestraft werden.

Die Aufsichtsbehörde Finma wolle die Händler bis zum Jahresende über Strafen informieren, berichteten zwei mit der Situation vertraute Personen, die ihren Namen nicht genannt haben wollten. Die schärfste Sanktion im Arsenal der Finma für Einzelpersonen ist ein fünfjähriges Tätigkeitsverbot in der Schweizer Finanzdienstleistungsbranche. Der ehemalige Chef der Bank Coop Andreas Waespi kassierte in einem Präzedenzfall ein dreijähriges Berufsverbot.

Untersuchung läuft seit einem Jahr

Vor einem Jahr hatte die Behörde mitgeteilt, sie führe eine Untersuchung bei elf aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern der Bank durch. Die sieben Händler gehören zu dieser Gruppe. Damals ordnete die Finma ausserdem bei UBS den Verzicht auf einen Gewinn in Höhe von 134 Millionen Franken an. Im Rahmen des Skandals um manipulierte Devisenkurse verhängten globale Aufsichtsbehörden im November 2014 Geldstrafen von insgesamt 4,3 Milliarden Dollar gegen sechs Banken, darunter die UBS.

Ein Sprecher der Finma wollte sich zur Identität der Betroffenen nicht äussern. Die vier anderen Banker, gegen die ebenfalls Ermittlungen liefen, seien bereits wegen ernster Verstösse gerügt worden, ohne dass weitergehende Massnahmen ergriffen worden seien, sagte ein Behördensprecher. Bisher sind keine weiteren Einzelpersonen im Zusammenhang mit Devisenkursmanipulationen bestraft worden. In den USA und Grossbritannien ermitteln allerdings die Strafverfolgungsbehörden in dieser Sache.

Es kursieren Namen

Zu den elf UBS-Mitarbeitern, gegen die ursprünglich Ermittlungen liefen, gehörten laut informierten Kreisen unter anderem Chris Vogelgesang, der ehemalige Co-Leiter Devisenhandel und Edelmetalle bei UBS, der Ex-Co-Chefdevisenhändler Niall O’Riordan sowie der ehemalige Edelmetallhändler Andre Flotron.

(bloomberg/mbü/ama)

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