Seit mehreren Jahren öffnet sich beim Wohnen eine Schere. Während die Mieten sinken, steigen die Hauspreise. Der Trend setzt sich nächstes Jahr fort. In allen Regionen der Schweiz dürften die Mieten sinken - sogar in den Städten.

Und fast überall erhöhen sich die Preise für die eigenen vier Wände. Das zeigt der neuste «Immo-Monitor» des Beratungsunternehmens Wüest Partner.

1. Mietwohnungen

2020 müssen Mieter nicht einmal umziehen, um von tieferen Kosten zu profitieren. Denn laut Wüest Partner wird der Referenzzinssatz voraussichtlich sinken. Die meisten Mieter werden eine Senkung von 2,91 Prozent einfordern können.

Im freien Wohungsmarkt sinken die Mieten dank des ungebremsten Baus von Mehrfamilienhäusern.

Dieser Bauboom sorgt für immer mehr leere Wohnungen. Derzeit werden in der ganzen Schweiz für fast 34'000 Objekte Bewohner gesucht, und der Leerstand wird gemäss Wüest Partner nächstes Jahr weiter steigen.

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Die Angebotsmieten verringern sich aber nicht nur dort, wo der Leerstand hoch ist, sondern fast überall.

Der hohe Leerstand ist nicht die Hauptursache für die sinkenden Preise. Der Haupttreiber ist vor allem der Umstand, dass derzeit viele günstige Wohnungen entstehen: Das Angebot an preiswerten Wohnungen steigt stärker als jenes an teuren Apartments.

2. Einfamilienhäuser

Einfamilienhäuser werden teurer - das ist eine weitere Aussage des «Immo-Monitors». Allerdings gilt dies nicht für alle Arten von Objekten und für alle Regionen. Gefragt sind vor allem Eigenheime nahe der grossen Städte sowie in gut erschlossenen Gegenden in Pendeldistanz zu diesen Zentren.

Die Preise in den Zentren sind mittlerweile so hoch, dass sich viele Familien dort ein Haus gar nicht mehr leisten können. Ein Haus mit 5 bis 5,5 Zimmern kostet in der Schweiz im Mittel heute 885'000 Franken.

Und um für ein solches Heim eine Hypothek zu erhalten, muss die Familie jährlich 160'000 Franken verdienen. Diese Rechnung beruht nicht auf den derzeit im Markt bezahlten historisch tiefen Hypothekarzinsen, sondern auf dem kalkulatorischen Zinsatz. Der Zugang zum Hauskredit wird von den Banken künstlich erschwert.

Viele, die ein Haus kaufen möchten, können es sich nicht leisten. Deshalb steigt trotz der hohen Nachfrage das Angebot an Objekten.

3. Wohnungen

Weniger deutlich als die Hauspreise klettern 2020 die Preise für Eigentumswohnungen. Gefragt sind wie bei den Häusern vor allem Wohnungen in den Zentren. In schlecht erschlossenen Gebieten und im Umfeld der Kleinstädte ist das Angebot an Eigentumswohnungen hingegen hoch.

«Wer Immobilien kaufen will, sollte vorsichtig sein»

Donato Scognamiglio
Quelle: ZVG

Quelle

Wüest Partner: «Immo-Monitoring 2020 | 1», Oktober 2019.

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