Ein junges Paar – beide Anwälte mit attraktiven Löhnen – möchte sich ein Haus beim Pfannenstiel im Grossraum Zürich kaufen. 3,5 Millionen Franken kostet die Immobilie. Das ist ein hoher Preis, doch die Doppelverdiener könnten sich das Objekt leisten – wenn da nicht diese künstliche Hürde für den Bankkredit wäre. Der Kauf scheitert am kalkulatorischen Zinssatz, also an jenem hypothetischen Preis, den die beiden Anwälte tragen müssten, falls die Zinsen mal deutlich steigen.

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Diese Geschichte erzählt Martin Neff, um zu verdeutlichen, warum er den Zinssatz infrage stellt – erneut. Denn der Chefökonom der Bank Raiffeisen hatte bereits 2016 die starre Vorgabe öffentlich hinterfragt, als einer der ersten bekannten Namen in der Immobilienbranche. Für sein Vorpreschen erntete er damals auch Kritik, die UBS bezeichnete die Idee als «gefährliches Spiel mit dem Feuer».