Schweizer können pro Kopf deutlich mehr Geld ausgeben, als die Nachbarn in Deutschland und Österreich. Ein Vergleich des Marktforschers GfK zeigt nun, wie hoch der Unterschied ist. Im Schnitt hat ein Schweizer aktuell eine Kaufkraft von 47’372 Franken. Gemeint ist damit das Nettoeinkommen einer Person inklusive staatlicher Leistungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld oder Renten.

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In Österreich kann eine Person im Schnitt umgerechnet 27’100 Franken ausgeben und in Deutschland 26’778 Franken (siehe Grafik). Die Kaufkraft sagt allerdings nichts darüber aus, wie viel abzüglich der Kosten für Miete, Versicherungen und Lebensmittel Ende des Monats übrig bleibt. Mit einer fast doppelt so hohen Kaufkraft dürfte in der Schweiz unter dem Strich trotz höherer Lebenshaltungskosten mehr bleiben. Allerdings hängt das stark vom jeweiligen Wohnort ab.

In der Schweiz fallen die regionalen Unterschiede viel höher aus als in Deutschland. Während im stärksten Bundesland Hamburg die Kaufkraft nur 9,7 Prozent höher ist als die durchschnittliche, liegt sie im Kanton Zug bei 44 Prozent über dem Schweizer Durchschnitt.

Kaufkraft

Die Grafik von Statista vergleicht die drei kaufkraftstärksten Kantone mit den drei stärksten Bundesländer.

Quelle: Statista

Zuger haben am meisten Geld zur Verfügung

Die höchste Kaufkraft haben die Einwohner im Kanton Zug. Ihnen steht pro Kopf 68’619 Franken zur Verfügung und somit knapp 45 Prozent mehr als dem Landesdurchschnitt. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Kantone Schwyz und Nidwalden, die mit 33 und 25 Prozent über dem Schweizer Durchschnitt ebenfalls sehr hohe Werte erreichen. Aufgrund der relativ geringen Anzahl an Einwohnern entspricht die Kaufkraft dieser drei Kantone zusammen nur gut fünf Prozent der gesamtschweizerischen Kaufkraftsumme.

Den vierten Platz belegt der einwohnerstärkste Kanton Zürich: Mit rund 1,5 Millionen Einwohnern leben dort knapp 18 Prozent der hiesigen Bevölkerung. Sie vereint mit 54'292 Franken pro Kopf etwas mehr als 20 Prozent der gesamten Schweizer Kaufkraft. Im Kanton Basel-Stadt (Platz 6) verfügt eine Person noch über 49’090 Franken und im Kanton Solothurn (Platz 10) über 46’518 Franken.   

Auf Bezirksebene zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Top Ten liegen alle geografisch in den vier kaufkraftstärksten Kantonen. Davon befinden sich je vier der Top-Bezirke in den Kantonen Schwyz und Zürich. Mit grossem Abstand auf dem ersten Rang liegt der Schwyzer Bezirk Höfe mit Steueroasen wie Freienbach und Feusisberg. Mit 95’623 pro Kopf haben die Einwohner hier eine doppelt so hohe Kaufkraft wie der durchschnittliche Schweizer.