US-Firmen blicken laut der Notenbank Federal Reserve (Fed) pessimistisch auf das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr. Per Saldo erwarteten die befragten Unternehmen in den nächsten Monaten nur eine geringe Zunahme, teilte die US-Notenbank in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht "Beige Book" mit. Die Erhebung lief bis zum 9. Januar und fusste auf Wirtschaftskontakten aus den Regionen.

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Die wirtschaftliche Aktivität verlief in den Bezirken recht unterschiedlich. Während die Aktivität in den vergangenen Wochen in fünf Bezirken leicht zulegte, berichteten sechs Bezirke von einer Stagnation oder einem moderaten Rückgang und ein Bezirk sogar von einem deutlichen Rückgang.

Die Geschwindigkeit der Inflation habe sich in vielen Bezirken allerdings abgeschwächt, hiess es weiter. Der Lohndruck habe in fast der Hälfte der Bezirke abgenommen. Der Preisbeschleunigung dürfte nach Einschätzung der Firmen im laufenden Jahr weiter nachlassen.

BIP im vierten Quartal wohl um 2,8 Prozent gestiegen

Notenbankchef Jerome Powell hat betont, er sehe weiterhin einen Weg zu einer mehr oder weniger sanften Landung der Wirtschaft, mit der eine tiefe Rezession abgewendet werden könne. Diese Sicht teilt auch seine Vorgängerin Janet Yellen, die jetzige US-Finanzministerin. Laut IWF-Chefin Kristalina Georgiewa könnten die USA höchstens in eine milde Rezession rutschen.

Vor der Jahreswende dürfte es konjunkturell noch recht gut gelaufen sein: Für das vierte Quartal 2022 erwarten Experten beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) ein Plus von aufs Jahr hochgerechnet 2,8 Prozent, nach einem Zuwachs von 3,2 Prozent im Sommerquartal.

Die Finanzmärkte rechnen angesichts der noch immer recht stabilen Konjunktur und der abebbenden Inflationswelle damit, dass die Fed den Leitzins Anfang Februar nur noch um einen Viertel Prozentpunkt anheben wird. Der aktuelle Leitzins liegt seit der jüngsten Erhöhung um einen halben Prozentpunkt im Dezember in der Spanne zwischen 4,25 und 4,50 Prozent.

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