Nach dem Komplettstopp der russischen Lieferungen über die Nord-Stream-Pipeline haben sich die europäischen Benchmark-Gasfutures am Montagmorgen um bis zu 35 Prozent verteuert. 

«In Anbetracht der knappen Gasversorgung kann man nicht ausschließen, dass es in diesem Winter je nach Wetterlage zu obligatorischen Gasbeschränkungen für nicht lebensnotwendige Industrien oder sogar zu rollenden Gasabschaltungen kommt», hiess es in einer Analyse von JPMorgan. Laut Goldman Sachs Group könnten sich die europäischen Gaspreise nach Russlands Schritt den Höchstständen vom August nähern. 

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EU will Energiepreis mit Gasdeckel und Derivatestopp im Zaum halten

Die Europäische Union wird am Freitag Massnahmen erörtern, um angesichts der vollständigen Unterbrechung der russischen Gaslieferungen über die Nord-Stream-Pipeline die ausufernden Energiepreise im Zaum zu halten.

Deutschland plant ein 65 Milliarden Euro schweres Entlastungspaket für Haushalte und Unternehmen. Vorgehsehen ist dabei auch, eine Erlösobergrenze für Stromerzeuger einzuführen, die für die Stromproduktion nicht auf das derzeit sehr teure Gas angewiesen sind.

Schweden und Finnland haben am Wochenende Stützungsmassnahmen für Versorger auf den Weg gebracht, um einen «Lehman-Brothers»-Moment im Sektor zu vermeiden. 

Der niederländischen Gas-Terminkontrakt für die Lieferung im nächsten Monat notierte zuletzt 26 Prozent höher bei 270 Euro pro Megawattstunde. Vergangene Woche war die Notierung um 37 Prozent gesunken.

(Bloomberg/bsc)