In höchsten Bankenkreisen wird über ein Kreditprogramm für Schweizer KMUs diskutiert, wie die «Handelszeitung» aus mehreren Quellen erfahren hat. Für Unternehmen, die wegen dem Coronavirus in Liquiditätsengpässe rutschen, soll frisches Kapital – gegen Zins – zur Verfügung gestellt werden.

Involviert in die vertraulichen Diskussionen seien die Grossbanken sowie möglicherweise Raiffeisen und ZKB. Angestossen wurde das Projekt vom neuen Credit-Suisse-Konzernchef Thomas Gottstein, so eingeweihte Personen.

Bei der CS heisst es: «Wir bringen uns aktiv beim Bund, bei der SNB und der Finma ein und prüfen gemeinsam Möglichkeiten, um die Schweizer KMU in der aktuellen Situation mit Liquidität und Krediten zu unterstützen.»

Vorbild Exportrisikogarantie

Konkret soll auch der Bund ein Partner werden. Finanzminister Ueli Maurer ist gemäss «Handelszeitung»-Recherchen informiert. In Diskussion ist offenbar ein Fonds, der mit mindestens 20 Milliarden Franken alimentiert werden soll. Allein die beiden Grossbanken könnten einen Grossteil der Summe bereitstellen. 

Anzeige

Vorbild des Kreditfonds soll die Exportrisikoversicherung SERV sein. Diese bietet Exportfirmen Schutz vor Zahlungsausfall und erleichtert die Exportfinanzierung.

Zusätzlich zum 10-Milliarden-Paket

Der neue Fonds entstünde unabhängig vom 10-Milliarden-Stützungspaket, welches der Bundesrat am Freitag vorstellte. Dieses sieht unter anderem vor, 8 Milliarden Franken aus dem Fonds der Arbeitslosenversicherung für Kurzarbeits-Entschädigungen freizustellen.

Weiter als die Schweiz ist Deutschland. Die Bundesregierung in Berlin will von Coronavirus betroffenen Firmen mit unbegrenzten Kreditprogrammen zur Seite stehen. Das kündigten Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Finanzminister Olaf Scholz an. Die Finanzierungshilfe soll über die staatliche Förderbank KfW abgewickelt werden und vorerst mit 20 Milliarden Euro alimentiert werden. «Es gibt keine Grenze nach oben bei der Kreditsumme, die die KfW vergeben kann», sagte Scholz

Lunch Topics: Das läuft jetzt

Abonnieren Sie den Newsletter der «Handelszeitung»-Chefredaktion – und Sie haben die wichtigsten Business-News. Stets zur Mittagszeit. Kostenlos.