Die Konsumentenstimmung hat sich im Herbst leicht eingetrübt – und ist nun auf dem tiefsten Stand seit zehn Jahren. Sowohl mit Blick auf die allgemeine Wirtschaftslage als auch auf den Arbeitsmarkt zeigten sich die Konsumenten im Vergleich zum Juli weniger zuversichtlich.

Dies besagt der Index zur Konsumentenstimmung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco). Der Wert erreichte im Oktober -10 Punkte nach -8,0 Punkten im Juli.

Deutlicher eingetrübt haben sich die Erwartungen der Konsumenten an die allgemeine Wirtschaftsentwicklung. Dieser Teilindex sank laut Seco auf -20 Punkte und liegt damit erstmals seit über drei Jahren unter dem langjährigen Mittelwert (-9 Punkte).

Aber auch in Bezug auf den Arbeitsmarkt hat sich die Stimmung abgekühlt. Der Index zur erwarteten Entwicklung der Arbeitslosigkeit liegt mit 48 Punkten nahe an seinem langjährigen Mittelwert und hat den höchsten Stand seit über zwei Jahren erreicht. Demgegenüber wird die Sicherheit der Arbeitsstellen unverändert als überdurchschnittlich gut beurteilt.

Indikator für schwaches Wachstum

Insgesamt deuten die Ergebnisse der Umfrage gemäss Seco aber auf eine schwache Entwicklung der Konjunktur in naher Zukunft hin.

Was die Budgetlage der Haushalte betrifft, so hat sich diese zuletzt leicht entspannt. Insbesondere setze sich bei der Beurteilung der finanziellen Lage in den vergangenen Monaten die positive Entwicklung fort. Da resultierte in der Umfrage ein Wert von -6 Punkten gegenüber dem Mittelwert von -11 Punkten. Und mit Blick nach vorne hätten die Erwartungen fur finanziellen Lage für die kommenden Monaten mit -3 Punkte zumindest den Mitte Jahr gesetzten Tiefpunkt hinter sich gelassen, heisst es.

Passend dazu bleibt die Neigung zu grösseren Anschaffungen mit -8 Umfragepunkte im Wesentlichen stabil. Die aktuellen Umfrageergebnisse lassen gemäss Seco – wie in den Vorquartalen – ein moderates Wachstum der privaten Konsumausgaben erwarten.

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Wirtschaftklima in Eurozone auf tiefstem Stand seit 2013

Das Wirtschaftsklima in der Eurozone ist so schlecht wie seit sechseinhalb Jahren nicht mehr. Das Barometer fiel im vierten Quartal auf minus 16,3 Punkte von minus 6,7 Zählern im vorangegangenen Vierteljahr.

Das teilte das deutsche Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter 426 Experten aus zahlreichen Ländern mit. «Die Abkühlung im Euroraum setzt sich fort», sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Experten bewerteten die Lage bereits das siebte Quartal in Folge negativer, auch ihre Erwartungen für die Wirtschaft des wichtigen Schweizer Handelspartners trübten sich ein.

Deutlich nach unten geschraubt wurden die Prognosen für die Exporte und Importe. Die Investitionserwartungen trübten sich ebenfalls weiter ein. «Mehr Befragte stuften fehlende Nachfrage und Handelsbarrieren als problematisch ein», sagte Fuest dazu. Die Inflation dürfte ebenfalls schwächer ausfallen als bislang angenommen.

Das Wirtschaftsklima in Deutschland, Spanien, Österreich und Finnland fiel dem Ifo-Institut zufolge weiter. Während es in Frankreich und Belgien kaum Änderungen gab, wurden die Befragten in Italien zunehmend optimistischer – allerdings ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau.

Das Bruttoinlandprodukt in der Eurozone ist im zurückliegenden dritten Quartal erneut um 0,2 Prozent gewachsen. Ökonomen hatten nur mit 0,1 Prozent gerechnet.

(sda — AWP)