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Mit Ferien-Prepaid-Karte Roamingkosten sparen

Roaming: Keystone

Wer in den Ferien im Ausland mit seinem Handy telefoniert oder im Internet surft, den erwartet zu Hause oft eine hohe Rechnung. Das kann einfach verhindert werden.

Veröffentlicht am 14.07.2015

Viele Firmen bieten Prepaid-Sim-Karten für Auslandreisen an: Globalsim, Truphone, AirBaltic, Shaston, aber auch die Fluggesellschaft Swiss werben um Kunden.

Bei der Telekommunikationsfirma Shaston mit Sitz in Tramelan BE etwa funktioniert das System wie folgt: Für einen Betrag ab 12 Euro kauft der Kunde eine Prepaid-Sim-Karte. Die dazugehörige Nummer ist in Estland registriert. Roaminggebühren können so faktisch verhindert werden. In 151 Ländern entfallen bei eingehenden Anrufen die Roaminggebühren. Ein Anruf vom eigenen Telefon aus kostet gemäss Firmenangaben im Schnitt 90 Prozent weniger als bei anderen Anbietern.

Neue Nummer nötig

Die Nachfrage nach entsprechenden Angeboten wächst. Bei Shaston hat sich die Zahl der Kunden gemäss eigenen Angaben seit der Einführung 2010 jedes Jahr verdoppelt. Genaue Daten gibt die Firma nicht bekannt.

Diese «Reise-Sim-Karten» seien eine gute Möglichkeit um weniger Roaminggebühren zu zahlen, vor allem in Ländern ausserhalb der EU, sagt Florence Bettschart von der Westschweizer Konsumentenschutzorganisation FRC. Bettschart verweist aber auf zwei Nachteile: Kunden müssen während des Auslandaufenthalts ihre Telefonnummer wechseln. Und die Sim-Karte könne nicht immer im eigenen Telefon eingesetzt werden.

Ob sich ein Sim-Karten-Wechsel in den Ferien oder für eine Geschäftsreise tatsächlich lohnt, hängt gemäss dem Vergleichsdienst Comparis vor allem vom Nutzerverhalten ab. Entscheidend sei unter anderem das Reiseziel sowie die Frage, wie häufig und für welche Dienstleistungen das Natel benutzt werde.

Auch in Zukunft Nischenprodukt

Comparis-Experte Ralf Beyeler schätzt, dass Reise-Sim-Karten auch in Zukunft ein Nischenprodukt bleiben werden. Schweizer Konsumenten bevorzugen einfache Lösungen, sagt Beyeler mit Verweis auf den nötigen SIM-Karten-Wechsel. Viele Kunden benutzten nicht einmal spezielle Roaming-Angebote ihrer eigenen Telekommunikationsgesellschaft.

Zudem haben die grossen Anbieter in der Schweiz dieses Jahr ihre Gebühren für die Handy-Nutzung im Ausland angepasst. Die Swisscom hatte im Februar bekanntgegeben, die Roaminggebühren bei den neuen «Infinity Plus»-Abos abzuschaffen. Beim günstigsten Abo etwa gilt seither eine Pauschale für 30 Tage pro Jahr. Zuvor hatten Orange und Sunrise ähnliche Angebote lanciert.

(sda/chb)

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