Seit dem Ukraine-Krieg sind die Rohölpreise explodiert. Nun sinken die Kosten wieder.

Grund dafür sind die US-Daten zu den Lagerbeständen: Diese sind in den vergangenen Wochen überraschend gestiegen. Zudem deutet die Produktion auf eine Entspannung des Marktes hin.

Die Meldungen über den Neustart russischer Lieferungen über die wichtige europäische Pipeline Druschba nach Ungarn haben ebenfalls zur Preissenkung beigetragen.

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Ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 23 Cent auf rund 90 Dollar. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete zuletzt zwischen 94 und 97 Dollar. Zum Vergleich: Im März kostete ein Fass Brent noch 128 Dollar. 

Benzinpreis sinkt nicht auf Vorkriegsniveau

Damit kostet Rohöl wieder etwa so viel wie vor dem Krieg. Trotzdem bleiben die Benzinpreise hoch, wie die Zahlen des Touring Club Schweiz (TCS) zeigen. 

Der Preis für ein Liter Bleifrei 95 ist zwar innerhalb eines Monats um 10 Rappen auf 2.14 Franken gesunken, doch er liegt immer noch über dem Niveau von vor Kriegsausbruch, wie die «Aargauer Zeitung» schreibt.

Würde sich der Benzinpreis gleich verhalten wie der Rohölpreis, müsste ein Liter Bleifrei 95 nun 1.89 Franken kosten.

Der Dieselpreis ist nur um 3 Rappen auf 2.33 Franken pro Liter gesunken. Vor dem Krieg kostete Diesel noch 1.94 Franken.

Allerdings hängt der Benzinpreis nicht unmittelbar am Preis des Rohöls, wie es weiter heisst: Er wird durch Kosten wie Transport und Vertrieb beeinflusst. Aktuell treiben die tiefen Wasserstände im Rhein die Transportkosten in die Höhe.

So setzt sich der Benzinpreis zusammen:

Die Zusammensetzung des Benzinpreises ist recht kompliziert. Einkauf und Fracht kosten die Importeure gemäss einem fiktiven Beispiel derzeit zirka 95 Rappen pro Liter. Dazu kommen in der Schweiz sowohl fixe als auch variable staatliche Kosten auf Benzin.

Laut Avenergy (früher Erdölvereinigung) betragen diese Abgaben beim aktuellen Preisniveau irgendwo zwischen 90 und 95 Rappen pro Liter am Gesamtpreis, wobei 77 Rappen fixe staatliche Abgaben sind und 15 Rappen von der Mehrwertsteuer stammen.

Rechnet man also Einkauf, Fracht und staatliche Abgaben zusammen, kommt man auf 1,87 Franken pro Liter. Avenergy geht davon aus, dass die Tankstellenbetreiber dann im Durchschnitt rund 33 Rappen pro Liter für die Logistik im Inland sowie Betriebskosten und Löhne verrechnen. Insgesamt ergibt das somit einen (fiktiven) Benzinpreis von rund 2,20 Franken.

(SDA)

Kosten für eine Gallone Benzin soll auf unter 4 Dollar sinken

Auch in den USA sorgen die hohen Benzinpreise für Unmut. So hat der US-Präsident Joe Biden kürzlich die Tankstellenbetreiber aufgefordert, die Preise zu senken.

Nun gibt der Automobilclub AAA bekannt, dass die durchschnittlichen Preise an den Tankstellen landesweit wieder auf unter 4 Dollar pro Gallone sinken werden. Mitte Juni hatten die Preise an der Zapfsäule einen Rekordwert von über 5 Dollar erreicht.

(bsc/Bloomberg)