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UBS-Index: Hier drohen Immobilienblasen

In der Region Zürich droht eine Immoblienblase. (Bild: Keystone)

Das Geschäft mit Wohnimmobilien in der Schweiz boomt. Zwar ist der Gesamtmarkt laut einem Index der UBS noch nicht überhitzt – doch besonders in zwei Regionen besteht die Gefahr, dass sich Blasen bild

Veröffentlicht am 30.05.2011

Droht der Schweiz eine Immobilienblase wie in den USA, Irland oder Spanien? Die UBS kommt zu dem Schluss: Der Schweizer Immobilienmarkt boomt, ist aber noch nicht generell überhitzt. In besonders begehrten Regionen droht demnach aber eine Blasenbildung. Risikoregionen lägen insbesondere am Zürich- und am Genfersee, wie aus dem Immobilienblasenindex hervorgeht.

Aktuell sind die die Risiken für eine Immobilienblase demnach in den Regionen Zürich, Genf und Lausanne an höchsten, teilte die UBS in einem Communiqué mit. Grössere Risiken bestünden auch in den Agglomerationsregionen Zug, Pfannenstil, March, Vevey, Nyon und Zimmerberg.

Aufgeführt wird von den Experten der Bank auch Davos, wo die Immobilienpreise ebenfalls stark gestiegen sind. Speziell beobachtet (Monitoring-Regionen) wird in nächster Zeit der Immobilienmarkt im Limmattal, im Oberengadin und in Morges. In vielen Regionen hätten sich die Wohnimmobilienpreise in einem Jahrzehnt mehr als verdoppelt.

Gefährlich wird es ab 1.0

Landesweit erreicht der Immobilienblasenindex der UBS, der für das erste Quartal 2011 erstmals berechnet wurde, einen Wert von 0,63. Damit liegt er in der Skala der UBS auf der Stufe Boom. Diese Phase befindet sich in der Mitte zwischen Baisse und Balance sowie Risiko und Blase. Erst ab einem Index von mehr als 1.0 stuft die UBS den Markt als riskant ein.

Die letzte schweizerische Immobilienblase war zu Beginn der 1990er Jahre entstanden, damals erreichte der Index einen Höchstwert von 2,5 Punkten.

Damals brachte die zu grosszügige Hypothekenvergabe mehrere Regionalbanken an den Abgrund. Weltweit Schlagzeilen machte der Zusammenbruch der Spar- und Leihkasse Thun (SLT), bei der Kunden vor geschlossenen Schaltern vergebens ihre Spargelder abheben wollten.

(Bild: UBS)

Den Index berechnet die UBS aus sechs Komponenten: Verhältnis von Kauf- zu Mietpreisen, Verhältnis von Hauspreisen zum Haushaltseinkommen, Entwicklung von Hauspreisen zur Inflation, Verhältnis von Hypothekarverschuldung zum Einkommen, Verhältnis von Bautätigkeit zum Bruttoinlandprodukt sowie Anteil von UBS-Kunden gestellte Kreditanträge für Wohnrenditeliegenschaften

Für die UBS-Experten ist heute mit Blick auf die starken Preissteigerungen bei Eigenheimen in der Schweiz Vorsicht geboten. Denn Immobilienblasen stellten ein substantielles Risiko für Volkswirtschaften dar, wie die USA, Spanien, Irland und andere Länder in jüngster Vergangenheit erfahren mussten.

Angetrieben wird der Schweizer Immobilienmarkt von seit Jahren sehr tiefen Zinsen und dem Bevölkerungswachstum im Zuge der Personenfreizügigkeit mit der EU.

Kommt die Leitzinserhöhung im Juni?

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat schon mehrfach vor einer Blase gewarnt. Sie verfolgt die Vergabepraxis der Banken aufmerksam, damit nicht an Kunden Hypotheken vergeben werden, die bei steigenden Zinsen ihre Raten nicht zahlen können.

Seit der Finanzkrise liegt der Leitzins der SNB auf Rekordtief. Die Normalisierung der Geldpolitik lässt auf sich warten: Viele Ökonomen rechnen nicht mehr damit, dass die SNB im Juni erstmals den Leitzins wieder erhöht. Denn damit dürfte sich der bereits rekordteure Franken gegenüber Euro und Dollar weiter aufwerten, was die auslandorientierte Wirtschaft weiter belasten würde.

(tno/laf/kgh/cms/sda)

 

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