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Darlehen
Türkei verlangt Kredite für einheimische Firmen

Präsident Erdogan: Sein Land steckt in wirtschaftlichen Problemen. Keystone

Die türkische Regierung drängt die Banken zur Kreditvergabe. Damit soll die Wirtschaft neuen Schwung bekommen. Doch die Probleme reichen weit tiefer, als die Regierung wahrhaben will.

Veröffentlicht am 26.01.2017

Angesichts des schwächelnden Aufschwungs drängt die türkische Regierung die Banken des Landes zur verstärkten Kreditvergabe. Die Finanzinstitute sollten jedem Unternehmen Darlehen gewähren, das auch nur das «geringste Lebenszeichen» zeige, sagte Vize-Ministerpräsident Nurettin Canikli in der Nacht zum Donnerstag in Ankara.

Die Regierung hatte im Dezember einen staatlichen Garantiefonds für Kreditgeschäfte im Volumen von 250 Milliarden Lira (65 Milliarden Franken) aufgelegt, den Banken bei der Darlehensvergabe an Unternehmen in Anspruch nehmen können. Laut Canikli wurden bislang 40 Milliarden Lira abgerufen. «Das Finanzministerium gibt eine Garantie. Falls es doch Probleme geben sollte, werden wir sofort eingreifen (...) Es gibt kein Risiko für die Banken.»

Tourismus eingebrochen

Die türkische Wirtschaft leidet unter Verunsicherung nach dem Putschversuch im Sommer 2016 und Anschlägen wie etwa an Silvester in Istanbul. Das wichtige Geschäft mit Ferienreisenden ist eingebrochen. Die Landeswährung Lira ist zum Dollar auf Talfahrt gegangen, während die US-Währung davon profitiert, dass Investoren ein Anziehen der Konjunktur und höhere Zinsen unter Präsident Donald Trump erwarten.

Canikli äusserte sich jedoch zuversichtlich, dass Trumps Regierung für die Türkei «sowohl auf politischem wie auf wirtschaftlichem Gebiet» positive Folgen haben werde.

(sda/gku/cfr)

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