Becher sei als Projektleiter für Prozessoptimierung, strategische Neuausrichtung von Geschäftsfeldern bei der Credit Suisse tätig, teilt die GLKB mit. Davor war er von 2004 bis 2005 Chef der Bank Coop; dort musste er nach eineinhalb Jahren den Hut nehmen. Der VR trennte sich von Becher wegen Differenzen bei der Aufarbeitung eines Abwicklungsfehlers, der die Bank 800000 Fr. gekostet hatte. Becher sei sich der besonderen Rolle der Kantonalbank für den Kanton Glarus bewusst. Entsprechend verlege er, der in Zürich aufgewachsen ist und studiert hat, seinen Wohn- und Steuersitz in den Kanton Glarus, heisst es bei der GLKB.
Aktuell wird die Bank von Stephan Bruhin ad interim geführt, dem Leiter des Privatkundengeschäfts. Bruhin war für Bernt Arpagaus eingesprungen, der am 10. März 2008 gekündigt hatte und per sofort freigestellt wurde.
Die GLKB war letztes Jahr mit der geplanten Übernahme der Bank Linth gescheitert. Daraufhin geriet der Bankrat in die Kritik. Das Kantonsparlament, der Landrat, verweigerte Vizepräsident Willy Kamm die vorgesehene Wahl zum Bankratspräsidenten und berief stattdessen Martin Leutenegger in das Amt. Überraschend vertagte der Landrat im April auch die Genehmigung des Geschäftsberichts 2007 der GLKB und die Entlastung der Geschäftsleitung.
Die Bank hatte geschrieben, dass nach einem Reingewinn von rund 19 Mio Fr. mit Wertberichtigungen von bis zu 17 Mio Fr. gerechnet werden müsse. Zudem verfüge die Bank über zu wenig Eigenmittel. Der Landrat forderte dazu genauere Informationen.


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