Nestlé bekommt ab 2017 einen neuen Chef: Ulf Mark Schneider. Der 50-Jährige ist kaum zu unterschätzen, das «Manager Magazin» ernannte ihn bereits vor Jahren zum «besten deutschen Manager seiner Generation». Sein Vorgänger  Paul Bulcke findet lobende Worte. Schneider bringe eine ganze Reihe von Fähigkeiten mit, die die Kultur von Nestlé ausgezeichnet ergänzten, kommentierte er die Berufung. Schneiders Ernennung ist aussergewöhnlich: Nestlé hatte bisher in seiner Geschichte erst einmal einen externen Kandidaten zum Konzernchef gemacht — und zwar 1922 den Finanzexperten Louis Dapples.

Um im Januar einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, hat Schneider schon am 1. September beim neuen Arbeitgeber angeheuert. Zeit, sich den künftigen Nestlé-Lenker genauer anzusehen: Das sind die wichtigsten Fakten zu Ulf Mark Schneider:

Klasse übersprungen

  • Schon mit 15 Jahren gilt Schneider als Überflieger: Als er sich entscheiden muss, ob er die zehnte Klasse überspringt oder bei seinen Freunden bleiben will, entscheidet sich der junge Ulf Schneider für den Klassenwechsel. Die Klassenkameraden waren zu dieser Zeit plötzlich nicht mehr so wichtig, berichtet das «Manager Magazin».
  • Diese Zielstrebigkeit begleitet Schneider auch im Studium: Er ist so ehrgeizig, dass er bereits mit 22 den Abschluss in der Tasche hat, als einer der Jahrgangsbesten. Als Student der Wirtschaftswissenschaften ist er so erfolgsorientiert, dass seine Kommilitonen ihm scherzhaft nachsagen, sogar aus simplen Dingen wie  dem Zähneputzen einen Wettkampf zu machen. Wie das «Manager Magazin» berichtet, soll Schneider im Sommer seine Fenster abgeklebt haben, um in Ruhe lernen zu können.

Früher Einstieg in Harvard

  • Für ein Studium an der Harvard Business School braucht man mindestens zwei Jahre Arbeitserfahrung. Die hat Schneider nicht — und bewirbt sich trotzdem. Er überzeugt: Den heissbegehrten Studienplatz bekommt er, sofern er vorher zwei Jahre lang die nötige Erfahrung sammelt. Schneider zeigt sich frech und schreibt dem Dekanat, dass es sich um einen Fehler handeln müsse. Doch in Boston ist man konsequent, und so bewirbt er sich bei Haniel, einer Investmentholding.
  • An der Harvard Business School freut man sich über den neuen «Gig» bei Nestlé:
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  • In seiner Zeit bei Haniel zeigte er schon als 28-Jähriger das richtige Gespür: Für ein ihm zugeschriebenes Projekt empfiehlt sein Chef ihm, Berater wie McKinsey oder Boston Consulting hinzuzuziehen. Doch Schneider sagt «Nein, das mache ich lieber selbst.» Sein Chef Hans Dieter Neumann wird später über ihn sagen: «Er war mein bester Assistent». Nach zwei Jahren geht er schliesslich nach Harvard.

Erfolg bei Fresenius

  • Nach Angaben von «Nestlé» besitzt Schneider sowohl die deutsche, als auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Bevor Schneider zu Nestlé kommt, lenkt er 13 Jahre lang die Geschicke des Gesundheits-Spezialisten Fresenius und baut das Geschäft dabei deutlich aus. So treibt Schneider die Übernahme einer Reihe von Kliniken des Krankenhauskonzerns Rhön-Klinikum voran.
  • Dadurch, dass er nicht wie geplant, die komplette Firma kauft, sondern mit einem juristischen Trick nur die wichtigsten Krankenhäuser, beweist er ungewöhnlichen Geschäftssinn. Mit dieser Art von Deal hatte keiner gerechnet — ein Faktor, warum er erfolgreich war. Spätestens seit diesem Geniestreich gilt er – so das «Manager Magazin» als «extrem schnell, ausgesprochen selbstbewusst, ziemlich hartnäckig und kreativ».

Die Text ist bereits auf dem «Business Insider Deutschland» unter der Überschrift «Deshalb hat der neue Nestlé-Chef Ulf Schneider einen so guten Ruf».