Er kam mit grossen Ankündigungen und ging auf höchst ungewohnte Art. Klaus Stahlmann, während über drei Jahren Chef des Winterthurer Industriekonzerns Sulzer, schmiss Mitte August 2015 den Bettel hin. Einfach so, ohne Vorankündigung.

Er hatte offenbar genug – vom Verwaltungsrat, der permanent drängelte, von einer Börse, die Sulzer ungnädig behandelte, vom Kader, das sich über die unzähligen Umbaupläne ihres Chefs wunderte, vom Ölmarkt, der in den Krisenmodus geschaltet hatte.

Berater in München

Seit dem spektakulären Abgang ist es still geworden um den Industriemanager aus Deutschland. Doch nun taucht Stahlmann in alter Frische wieder aus dem Off auf. Er ist neu Berater bei Atreus, einer Münchner Firma, die Interim-Manager an Unternehmen in schwierigen Transformationsprozessen vermittelt.

Diese Dienstleistung von Atreus hätte auch Sulzer brauchen können, als Stahlmann unvermittelt abtrat. Damals musste Sulzer-Finanzchef Thomas Dittrich auch noch als CEO einspringen und monatelang ein Doppelmandat ausfüllen. Dem abtrünnigen Stahlmann konnte es egal sein, er war ausgestattet mit einem Arbeitsvertrag, der ihm eine zwölfmonatige Kündigungsfrist gewährte.