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Hochpreisinsel
Fürs Anzug reinigen müssen Zürcher tief in die Tasche greifen

Banker
Sind diese Banker in Oslo, Helsinki oder Zürich, wird sie die Reinigung ihrer Anzüge besonders teuer zu stehen kommen. Quelle: Getty Images

Zürich ist ein teures Pflaster – bei Hotels, für einen Big Mac. Sogar die Anzugsreinigung ist so teuer wie sonst fast nirgendwo.

Veröffentlicht am 12.05.2018

Zürich gehört zu den teuersten Städten der Welt...bei der Reinigung eines Anzugs. Der durchschnittliche Preis einer chemischen Reinigung eines dreiteiligen Anzugs beläuft sich in der grössten Schweizer Stadt auf 24,95 Euro, also fast 30 Franken. Das ist rund 14 Euro mehr als im globalen Durchschnitt. Die Schweiz wird bei der Anzugsreinigung nur von skandinavischen Städten überflügelt. In Oslo kostet die Reinigung rund 42 Euro, in Helsinki 33 Euro und in Göteborg 28,4 Euro. Die finnische Hauptstadt ist damit der Spitzenreiter, besagt eine Studie von Zipjet.

Absender: Ein Wäscherei-Service-Startup

Zipjet ist das führende Startup in Europa, welches Wäscherei-Dienstleistungen anbietet. Es wurde 2014 in London gegründet. Dass das junge Unternehmen mit einer Studie die Preise für chemische Reinigungen beleuchtet, scheint logisch zu sein. Schliesslich hat Zipjet beim Launch eine Kampfansage gegen die herkömmlichen Wäsche-Services gemacht. Mit der Analyse der Preise erhofft sich das Startup, junge und preisbewusste Kunden zu finden. In der Schweiz ist der Service des Startups jedoch nicht erhältlich.  

Für die Studie hat Zipjet 100 Städte mit Fokus auf Geschäfts- und Finanzzentren durchleuchtet und dann die durchschnittlichen Kosten für eine chemische Reinigung sowie die Arbeitszeit dafür. Um die Daten besser nachzuvollziehen, wurde in der Studie auch ausgerechnet, wie viel Zeit bei einem Mindestlohn für die Reinigung des Anzugs aufgewendet werden würde. 

Würde in der Schweiz jemand zum Mindestlohn arbeiten, müsste er rund eineinhalb Stunden aufwenden, um die Reinigung eines Anzugs bezahlen zu können. In der Schweiz werden jährlich fast 180 Millionen Franken für die chemische Reinigung von Kleidung ausgegeben. 

Anzugträger in Jakarta, der Hauptstadt von Sri Lanka, Colombo, oder der chinesischen Finanzmetropole Shanghai kommen deutlich günstiger weg: In der indonesischen Hauptstadt kostet die Reinigung eines Anzugs rund 1,70 Euro – also knapp zwei Franken. In Shanghai sind es rund 2,35 und in der indischen Hauptstadt Delhi rund drei Euro. Das ist aber immer noch fast acht Euro günstiger als im globalen Durchschnitt.

Die Russen geben am meisten Geld aus

Doch eine Finanzmetropole zu sein bedeutet noch nicht, dass dort am meisten Geld für das Reinigen von Anzügen ausgegeben wird. Anzüge seien laut der Studie auch ein Statussymbol wie etwa in Russland. Dort werde dort am meisten Geld für chemische Reinigungen aufgewendet: Über 2,6 Milliarden Euro pro Jahr.

Danach folgt die USA mit rund 2,45 Milliarden Euro. Platz 3 und 4 liegen fast gleich auf: In Deutschland und Brasilien werden rund 800 Millionen Euro für die Reinigung ausgegeben. Für die Russen ist die Anzugsreinigung im Vergleich zum Mindestlohn aber am wenigsten erschwinglich. 

In Italien gehören Anzüge zum Alltag dazu und die Reinigung ist deshalb preiswert. Auch in der Stadt, wo die Bewohner vielleicht am meisten Wert auf einen anständigen Anzug legen: In Mailand. Dort muss man wenig arbeiten, um sich eine Anzugreinigung leisten zu können. Knapp eine halbe Stunde bei Mindestlohn. Damit kostet die Reinigung in Mailand nur etwa die Hälfte wie in Madrid. Die Studie schliesst daraus, dass ein höherer Wettbewerb zu geringeren Preisen bei der Textilreinigung führt. 

(tdr)

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