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Franco Morra
HSBC Schweiz: CEO verlässt die Privatbank Ende April

HSBC-Gebäude
 Quelle: Keystone

Der langjährige Chef der HSBC Schweiz verlässt das Geldhaus. Der Finanzchef übernimmt vorübergehend die Leitung.

Veröffentlicht am 16.04.2018

Bei der HSBC Private Bank (Suisse) tritt der Geschäftsleiter Franco Morra noch im laufenden Monat ab. Er werde die Bank am 27. April verlassen und sich einer neuen Herausforderung widmen, heisst es in einem internen Schreiben der Bank, das der Wirtschaftsnachrichtenagentur AWP am Montag vorliegt. Sein Nachfolger werde demnächst ernannt. Bis dahin leitet Finanzchef Christophe Guillemot die Geschicke bei der Schweizer Tochter des britischen Geldhauses.

Franco Morra arbeitet seit 2010 bei HSBC Schweiz und ist seit 2012 CEO. «Ich habe den mir von der Gruppe übertragenen Auftrag erfüllt, die Risiken zu reduzieren und die Privatbank strategisch neu zu positionieren», erklärt er im Schreiben. Die Bank bestätigt auf Anfrage von AWP den Inhalt des Papiers, ohne diesen weiter zu kommentieren.

Mehr als 1300 Mitarbeitende

Im Jahr 2010 hatte HSBC Schweiz eine neue Strategie verabschiedet. Seither fokussiert sich die Privatbank auf zwanzig Schlüsselmärkte und richtet die Geschäftstätigkeit auf Kunden aus dem Mittleren Osten, Europa wie auch der Schweiz aus, die mindestens 5 Millionen US-Dollar bei der Bank verwalten lassen. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen an ihren Standorten in Genf und Zürich mehr als 1300 Mitarbeitende.

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Morra
Franco Morra: Leitete vor seinem Engagement bei HSBC die UBS Schweiz.
Quelle: Keystone

HSBC Schweiz hat turbulente Zeiten durchlebt. In die Schlagzeilen geriet die Bank mit den Enthüllungen rund um Hervé Falciani, der als Informatiker in den Jahren 2006 und 2007 Daten von rund 15'000 Kunden gestohlen und sie ausländischen Behörden angeboten hatte. Dies löste in Frankreich, Österreich, Belgien und Argentinien im Anschluss Verfahren und Untersuchungen aus. Weltweit konnten so tausende Steuersünder überführt werden.

Urteil aus Bellinzona

Das Bundesstrafgericht in Bellinzona hatte Falciani Ende 2015 in Abwesenheit wegen wirtschaftlichen Nachrichtendienstes zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Freigesprochen hatte ihn das Gericht vom Vorwurf der Verletzung des Bankgeheimnisses und der unbefugten Datenbeschaffung.

Zuletzt wurde er Anfang des laufenden Monats in Spanien festgenommen, anschliessend aber wieder auf freien Fuss gesetzt.

(sda/ise)