Es gibt heute Software, die das Geflunkere von Bewerbern in Motivationsschreiben mit hoher Treffgenauigkeit erkennen kann. Grossartig. Doch ­eigentlich ist ein solches Tool überflüssig. Nicht weil Bewerber ihre Leistungen nicht regelmässig über Gebühr schönschreiben würden, sondern schlicht weil das Anschreiben auf den Müllhaufen der Geschichte gehört. Und zwar ein für allemal.

Erstens ist es unnötig: Welcher Recruiter will schon das Gesülze von Bewerbern über deren Heldentaten im Beruf lesen? Welche Personalabteilung glaubt heute noch daran, dass ein Bewerber genau bei der Firma x arbeiten will – und nur bei ihr? Substanz statt Geschwafel lautet die Devise – und die findet das HR respektive der vorgelagerte Recruiting-Algorithmus nicht im Anschreiben, sondern in den harten Fakten des Lebenslaufes.

Zweitens ist das Motivationsschreiben ein Hindernis, das es zu beseitigen gilt. Wer heute als Unternehmen Bewerbern nicht den roten Teppich ausrollt, also den Recruitingprozess so einfach wie möglich gestaltet, hat bald keine Bewerber mehr. Studien zeigen klar: Die grösste Hürde – und Bürde – bei jeder Bewerbung ist das Anschreiben.

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Kurz: Das Motivationsschreiben ist ein Relikt aus einer Zeit, in der Stellensuchende von den Firmen als Bittsteller wahrgenommen wurden. Also Schluss damit! Welches Unternehmen geht voran?