Chefs von Schuhmarken sind nicht zu beneiden. Wenn ihre Brands nicht in einer hochpreisigen Nische angesiedelt sind oder sonst wie grosse Begehrlichkeit entwickeln, geraten sie in Preiskämpfe und müssen sich mit ihren Läden gegen die erstarkende Online-Konkurrenz wehren. So gesehen, tritt Alexis Nasard einen sehr anspruchsvollen neuen Posten an. Als Chef des in Lausanne domizilierten Schuhkonzerns Bata wird der erfahrene Konsumgüter-Manager oberster Lenker von weltweit 24 Schuhfabriken, 30'000 Mitarbeitern und 5000 Läden in über 70 Ländern.

Nasard kommt vom Biergiganten Heineken, wo er zuletzt Chef des Westeuropa-Geschäfts und globaler Marketingboss war. Er folgt auf den bisherigen Bata-Chef Jack Clemons, der Ende 2015 in Lausanne abging.

Rückgang in der Schweiz

Obwohl das Unternehmen seinen Hauptsitz in der Schweiz hat, spielt der hiesige Markt nur eine sehr kleine Rolle für den 1894 gegründeten Schuh­giganten. 29 Läden führt Bata aktuell noch in der Schweiz. Im Jahr 2010 waren es 60.

Wichtiger ist es für Bata, in Wachstumsmärkten Pflöcke einzuschlagen. Darunter auch Länder, die Schweizer Firmen seltener auf dem Expansionsradar haben. «Wir sind daran, die Märkte Ruanda, Äthiopien, Namibia und Ghana aufzubauen», verriet Nasards Vorgänger Clemons vor zwei Jahren der «Bilanz». Relevant ist für Bata der Trend zur Verstädterung. In ­boomenden Cities rechnet man sich Chancen aus für neue Kunden und wei­tere Läden.

(ag)