Mit über 30’000 Selbstmorden in den schlechtesten Jahren hat Japan unverändert weltweit eine der höchsten Selbstmordraten. Doch nun gibt es gute Nachrichten. Seit fünf Jahren ist die Zahl der Suizide rückläufig, seit drei Jahren sind es weniger als 30’000. 2014 haben laut einem Vorbericht der Nationalen Polizeibehörde 25’374 Menschen Selbsmord verübt. Das sind 1909 Fälle weniger als 2013.


Auch wenn die Zahl erschreckend hoch bleibt: Es sind so wenig Fälle wie schon lange nicht mehr. Als man die Statistik 1978 einführte waren es rund 20’000 Selbstmorde, in den 90ern stieg die Zahl auf über 25’000 in den Nullern schliesslich auf 30’000. Nun der starke Rückgang, bei dem es sich offenbar nicht um eine Ausnahme handelt.

Grosser Graben im Geschlechtervergleich

Ein genauerer Blick auf die aktuelle Statistik zeigt: Beim Vergleich zwischen den Geschlechtern tut sich ein grosser Graben auf. Seit Jahrzehnten sind stets zwei Drittel der Selbstmörder Männer. Im vergangenen Jahr waren es 17’354 Männer und 8020 Frauen. Teilt man die Statistik nach Regionen auf, werden in den Regionen Tokio, Nagoya und Osaka am meisten Suizidfälle gezählt. Diese Zahlen verwundern nicht, wohnen doch in diesen urbanen Gebieten auch am meisten Menschen.

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Betrachtet man die Suizidrate, dann ist jedoch die ländliche Präfektur Yamanashi am Fusse des Fuji mit 30 Fällen pro 100’000 Einwohner Spitzenreiter. Auch die Tsunami-Katastrophe vom 11. März 2011 hinterlässt noch immer Spuren. Bei 21 Menschen aus den betroffenen Präfekturen Fukushima, Miyagi und Iwate steht der Suizid in Zusammenhang mit der damaligen Katastrophe.

Gesundheitliche Gründe der Hauptauslöser

Als Hauptgrund für den Selbstmord werden gesundheitliche Gründe angegeben. Seit 2012 sind dies jeweils zirka 14’000. In der Regel folgen wirtschaftliche und soziale Gründe. Genau diese Zahl ist seit fünf Jahren nun stark rückläufig. Nach der Wirtschaftskrise 2008 nahmen sich rund 8000 Menschen aus diesen Gründen das Leben. 2013 waren es noch 4636. Für das abgelaufene Jahr wurden die genauen Zahlen noch nicht publiziert.

Die Polizei fügt ausserdem an, dass die verstärkte Präventionsarbeit zur rückläufigen Tenden beigetragen habe. Seit 2007 werden in einem jährlich publizierten Weisspapier über die möglichen Suizidursachen und Gegenmassnahmen Bericht erstattet. Die Polizei hat auch angefangen, mit Menschen, die in Internetforen ihren Selbstmord ankündigen, proaktiv Kontakt aufzunehmen. Ganz allgemein habe die besser ausgebaute Prävention stark zur verbesserten Lage beigetragen, heisst es laut NHK News.

 

Dieser Artikel erschien zuerst auf asienspiegel.ch - News aus Japan, China und Korea.