Bisher hat er den Bereich Komponentenwartung am Hauptsitz von SR Technics in Zürich geleitet und mehr als 15 Jahre in der Luftfahrt gearbeitet hat, ist erster General Manager der Komponentenwerkstatt von SR Technics in Kuala Lumpur, die Ende 2013 in Ma­laysia ihren Betrieb aufnehmen soll. ­Freimann hat in den Bereichen Aircraft Ser­vices, Technische Dokumentation, Kundensupport und Business Development gearbeitet.

Spielt die Musik vermehrt in Asien, dass SR Technics, ein Teil des Mubadala-Aerospace-MRO-Netzwerks für Flugzeug–wartungen, eine Komponentenwerkstatt in Kuala Lumpur eröffnet?
Heinz Freimann:
Wir brauchen ein globales Netzwerk, um umfassende Partnerschaften mit Airlines und Zulieferern ­aufzubauen. Malaysia verfügt über gut ausgebildete Arbeitskräfte. Zudem ist die Region Asien-Pazifik einer der am schnellsten wachsenden Märkte für ­Wartung, Reparatur und Instandhaltung weltweit. So sind wir dort präsent, wo die Flugzeuge unserer Kunden sind.

Findet man die nötigen Fächkräfte in Malaysia oder nehmen Sie Mitarbeiter aus der Schweiz mit nach Asien?
Malaysia hat sehr gut ausgebildete Arbeitskräfte. Wir haben über 1500 Bewerbungen erhalten. In einer ersten Phase haben wir 22 qualifizierte Mitarbeiter angestellt. Diese Locals werden punktuell durch Mitarbeiter aus der Schweiz verstärkt.

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Die Flugzeugwartung ist heute also ein globalisiertes Geschäft.
Absolut. Unsere Kunden agieren global, somit ist auch für uns eine weltweite Präsenz sehr wichtig.

Was nehmen Sie mit aus der Schweiz? ­Genauigkeit kann es ja nicht sein, denn diese ist in Ihrer Branche essenziell ...
Unser Ruf hängt von der Qualität, Sicherheit und Zuverlässigkeit ab. Diese Werte nehmen wir mit nach Asien: Wir wollen hier von Anfang an die gleichen Standards erfüllen.

Auf was freuen Sie sich am meisten?
Auf die Führung eines multikulturellen Teams, das SR Technics Malaysia zu einem erfolgreichen Unternehmen aufbauen will.

Wie kamen Sie zum neuen Job?
Ich war von Anfang an in diesem Projekt involviert und wollte auch schon immer einmal ins Ausland – so kam alles zusammen.

Künftig rechnen Sie in Ringgit und nicht mehr in Franken. Wie wichtig ist Ihnen persönlich Geld?
Nur des Geldes wegen würde ich nie etwas tun. Aber ein gewisses finanzielles Polster hilft. Damit kann ich meinen Töchtern die Welt zeigen und eine gute Ausbildung ermöglichen.

Was langweilt Sie?
Über Probleme anstatt über Lösungen zu sprechen.

Welches Buch hat Sie beeindruckt?
«Homo Faber» von Max Frisch. Das Werk beschreibt sehr schön die Bestimmung des Daseins durch Zufall oder Schicksal, den Gegensatz von Technik zu Natur und Mythos.

Was stimmt Sie traurig?
Schicksalsschläge von lieben Freunden.

Was würden Sie gerne erfinden?
Einen Standard, um auf der ganzen Welt die gleichen Stromstecker verwenden zu können.

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung ausserhalb der Arbeit?
Ich verbringe gerne viel Zeit mit meiner Familie, am liebsten auf Reisen in den Hohen Norden.

Welche Fähigkeiten besässen Sie gerne?
Die Ausdauer, einen Marathon zu bewältigen.

Wie lautet Ihr Alltagsmotto?
Ich habe kein konkretes Motto. Ich versuche einfach, die wichtigen Dinge zu erledigen und dabei auch den Spass nicht zu verlieren.

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Was ist Ihre grösste Sorge?
Dass meiner Familie etwas zustossen könnte. Und dass wir unserem Lebensraum nicht genügend Sorge tragen.

Wie wohnen Sie in Malaysia?
Momentan noch im Stadtzen­trum, ab Juni in Valencia etwas ausserhalb der Stadt mit viel Grün. Hier können sich die Kinder auch unbeschwert bewegen.

Erfüllen Sie sich mit dem Umzug nach Malaysia einen Traum?
Wir reisten schon immer gerne, daher kenne ich Malaysia bereits. Ich wollte schon immer gerne einmal für ein paar Jahre im Ausland arbeiten. Dass es nun klappt, ist die Erfüllung eines Traums.

Können Sie kochen?
Ja – und meiner Meinung nach ganz passabel. Manchmal auch mit den Kindern, jeder ist dann für einen Gang verantwortlich. Leider bleibt der Abwasch trotzdem immer bei mir hängen!

Welchen kulinarischen Genüssen können Sie nicht widerstehen?
Einem Barbecue mit Freunden unter freiem Himmel. Wir freuen uns auch auf die vielfältigen kulina­rischen Genüsse von Malaysia – von ­Indisch über Chinesisch bis zu malaysischer Küche.

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Welches Musikstück würden Sie als persönliche Hymne wählen?
«Thunderstruck» oder «Hells Bells» von AC/DC – nach diesen Songs ist man so richtig energiegeladen.(mk)

Steckbrief

Name: Heinz Freimann

Geboren: 22. November 1966 in Zürich

Zivilstand: Verheiratet, vier Töchter

Wohnort: Ab 1. Juni 2013: Valencia, Sungai Buloh, Selangor, Malaysia

Ausbildung: Betriebs- & Produktionsingenieur ETH Zürich

Bisherige Funktion: Vice President Component Maintenance, SR Technics Switzerland, Zürich-Kloten

Neue Funktion: General Manager, SR Technics Malaysia, Shah Alam, Selangor Darul Ehsan, Malaysia