Sie tritt die Nachfolge von Beat Schneider an, welcher nach zwölf Jahren bei Swiss TXT die Funktion des Zentralsekretärs der SRG SSR in Bern übernimmt. Füglistaler hat im Jahr 2000 ihr Studium in Maschinenbau und Verfahrenstechnik an der ETH Zürich als Dipl. Masch. Ing. ETH abgeschlossen. Nach Erfahrungen als Projektleiterin, SAP-Beraterin und Teilprojektleiterin sowie Project Manager Operations hat sie von Juli 2006 bis März 2012 die Supercomputing Systems AG, Zürich, als CEO/COO ­geleitet. Seit 2012 ist sie selbstständig in der Unternehmensberatung tätig.

Wie oft nutzten Sie bisher Teletext?

Franziska Füglistaler:
Wir sind ausgeprägte Hörer und informieren uns vor allem übers Radio – und haben derzeit keinen Fernseher …

Nachrichten-Apps und Live-Ticker – irgendwie wirkt in diesem Umfeld der 1984 ins Leben gerufene Teletext-Dienst wie ein Informations-Dinosaurier. Hat Teletext überhaupt noch Zukunft?
Die kurze und prägnante Information im Teletext wird sehr geschätzt und hat damit auf jeden Fall Zukunft. Aber das Format wird ändern. Ende 2013 führen wir das interaktive Angebot SRF+ ein, das im Lauf der Zeit den Teletext ablösen wird. SRF+ ist halb Fernsehen, halb Internet und ermöglicht eine ganz andere Art der Informationspräsentation als im klassischen Teletext. Was erhalten bleibt, sind die Kürze und die Relevanz. RTS+ ist in der französischen Schweiz übrigens bereits live.

Wie oft wird Telext pro Tag in der Schweiz auf dem klassischen Kanal Fernsehen aufgerufen?
Ende 2012 waren es durchschnittlich 822 000 Nutzer pro Tag. Die Teletext-App für das iPhone wurde mehr als 115 000 mal heruntergeladen.

Ist Teletext nur etwas für die Generation über 50?
Auf keinen Fall. Jung und Alt nützen Teletext gleichermassen.

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Multimedia Solutions und Access Services sind die Stichworte für die nächsten Jahre. Was kommt auf uns zu?
Der heutige Medienkonsument informiert sich nicht mehr nur im Fernsehen, sondern auch über Internet, Smartphone und Tablet. Multimedia Solutions entwickelt dafür Angebote wie beispielsweise den London Olympia Player. Gleichzeitig bieten wir mit Private Cloud Services für New-Media-Angebote auch im Bereich IT-Infrastruktur Unterstützung für Anbieter von digitalen Inhalten. Auf ­diesen Services wird beispielsweise das Videoportal von SRF betrieben. Aber nicht nur die SRG bezieht Engineering-Dienstleistungen bei der Swiss TXT. Das Full Service Hosting für New-Media-Plattformen wird beispielsweise auch von Xtendx oder NZZ Format genutzt. Das Geschäftsfeld Access Services liefert für die SRG SSR die Koordination und Produktion der Unter­titelung für Hörbehinderte und Gehörlose.

Bleiben die Teletext-Leistungen in Zukunft grösstenteils gratis?
Ja klar.

Wie stehen Sie persönlich zu Geld?
Es ist ein Luxus, wenn man im Alltag nicht ständig darüber nachdenken muss.

Was langweilt Sie?
Smalltalk.

Welches Buch hat Sie beeindruckt?
Zuletzt «Digitale Demenz» von Manfred Spitzer.

Was stimmt Sie traurig?
Der gedankenlose Umgang mit der Ressource Mensch.

Was würden Sie gerne erfinden?
Einen Stoppschalter gegen Lärm jeder Art.

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung ausserhalb der Arbeit?
Geselliges Beisammensein mit Menschen, kochen, lesen.

Wie und wo wohnen Sie?
In einer Mietwohnung in Kilchberg bei Zürich mit Blick auf eine Wiese, auf der manchmal Kühe grasen.

Was für ein Auto fahren Sie?
Einen Opel Vectra Kombi.

Wo machen Sie persönlich Ferien?
Im Sommer meist am Ijsselmeer in Friesland.

Welche Fähigkeiten besässen Sie gerne?
Natürliche Navigation.

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Wie lautet Ihr Alltagsmotto?
Ich bin gerne kreativ, also: «Welchen Handlungsspielraum habe ich?»

Was ist Ihre grösste Sorge?
Zum Glück habe ich keine gros­sen Sorgen.

Können Sie kochen?
Aber ja!

Welchen kulinarischen Genüssen können Sie nicht widerstehen?
Blumenkohl-Gratin nach Art des Hauses mit Appenzeller Käse.

Welchen Traum wollen Sie sich neben ­Ihrer beruflichen Karriere ­erfüllen?
Irgendwann hätte ich gerne ­einen Holzofen, um Brot zu backen.

Welches Musikstück würden Sie als persönliche Hymne wählen?
Ein Stück, das mich emotional sehr berührt, ist das Cellokonzert von ­Elgar, gespielt von Jacqueline du Pré.

 

Steckbrief

Name: Franziska Füglistaler

Geboren: 19. Juli 1972 in Zürich

Zivilstand: Ledig

Wohnort: Kilchberg ZH

Ausbildung: Dipl. Masch. Ing. ETH

Letzte Funktionen: Bis März 2012 CEO, Supercomputing Systems AG, Zürich; von April 2012 bis Juni 2013 selbststän­dige Unternehmensberaterin, Katalys GmbH, Zug

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Neue Funktion: Direktorin, Swiss TXT (Schweizerische ­Teletext AG), Biel