Seit Juni 2013 leitet Freudiger die IT-Abteilung des umsatzstärksten Schweizer Autoimporteurs (VW, Audi, Skoda, Seat, VW Nutzfahrzeuge) ad interim. Freudiger, lic. rer. pol. und Informatiker, absolvierte ein Studium der Wirtschaftswissenschaften und der Informatik/angewandten Mathematik an der Universität in Bern. In den letzten 15 Jahren war er als Unternehmensberater tätig.

Die Amag gibt sich erstmals nach 65 Jahren ein neues Logo. Wie stark ist die IT vom neuen Firmenauftritt betroffen?

Patrick Freudiger:
Da wir als interner IT-Dienstleister auch für den Internetauftritt zuständig sind, setzen wir uns seit einiger Zeit mit diesem auseinander. Das Resultat kann sich sehen lassen: Der Internetauftritt der Amag strahlt termingerecht im neuen Glanz.

Wie schnell lässt sich im IT-Bereich eine Umstellung realisieren? Sicher schneller als beim Briefpapier ...
Je nachdem, was man dazu zählt. Wir haben das Momentum genutzt, Bisheriges zu hinterfragen und off- und online sehr eng zusammengearbeitet.

Wie sieht der Verantwortungsbereich der IT bei der Amag aus?
Wir haben eine zentralisierte Informatik, es sind also konzernweit de facto alle IT-Ressourcen bei uns. Wir sind dabei für die gesamte IT-Wertschöpfungskette verantwortlich, vom Projekt über die Entwicklung und Integration bis hin zum Betrieb und Support.

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Was sind die grössten Probleme für die IT eines Unternehmens mit einem Jahresumsatz von 4,5 Milliarden Franken? Ist es beispielsweise die An- und Einbindung der 85 eigenen Garagen und Betriebe?
Ich sehe drei zentrale Herausforderungen. Erstens: Die Amag hat mit dem Fahrzeugimport, der Ersatzteillogistik, dem Handel und dem Leasing ein sehr vielfältiges Leistungsangebot, das wir mit unseren IT-Leistungen bestmöglich abdecken wollen. Zweitens: Viele unserer IT-Systeme sind eng mit den Werksystemen des VW-Konzerns verzahnt. Dies führt zu sehr komplexen Strukturen, die es zu beherrschen gilt. Und drittens: Die Anbindung der zahlreichen freien Partner – also die durch selbstständige Unternehmer geführten Garagen – ist eine spannende Herausforderung, da wir lediglich begrenzten Einfluss auf deren Infrastruktur und Systeme haben, jedoch das problemlose Funktionieren der Schnittstellen sicherstellen müssen.

Werden wir die Chance erhalten, ein neues Auto aus der Markenpalette der Amag künftig via Internet kaufen zu können?
Falls wir zur Überzeugung ­gelangen, dass dieser Absatzkanal für ­bestimmte Kundensegmente attraktiv ist, wird ein Autokauf über das Internet möglich sein. Aber eigentlich es ist nicht Sache des CIO, diese Frage zu beantworten …

Würden Sie einen Neuwagen im Internet kaufen?
Nein. Bei einem so wichtigen und komplexen Kaufentscheid sind für mich eine kompetente persönliche Beratung und eine ausgedehnte Probefahrt ein Muss.

Was für ein Auto fahren Sie?
Einen Audi A6 allroad quattro. Für mich ist dieses Auto die gelungene Symbiose zwischen einem coolen Business-Kombi und einem SUV.

Was langweilt Sie?
Auf der A1 im Stau zu stehen (lacht). Und wenn Informatiker nur von Problemen statt von Lösungen sprechen.

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Welches Buch hat Sie beeindruckt?
«How to Change Minds: The Art of Influence without Manipulation» von Rob Jolles, da es meinem Leitmotiv entspricht.

Was stimmt Sie traurig?
Menschen zu sehen, die keinen Spass am Leben haben.

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung ausserhalb der Arbeit?
Vater sein und mit meiner Tochter spielen. Zweisamkeit mit meiner Partnerin. Ausgedehntes Jogging am Ufer der Aare.

Was würden Sie gerne erfinden?
Ein Perpetuum mobile.

Welche Fähigkeiten besässen Sie gerne?
Ich würde gerne fliegen können.

Wie lautet Ihr Alltagsmotto?
«The time to repair the roof is when the sun is shining», also ein Leitspruch von John F. Kennedy.

Was ist Ihre grösste Sorge?
Dass meiner Familie oder meinen Freunden etwas zustossen könnte.

Können Sie kochen?
Ja, kochen im Freien, also grillieren – von der Vorspeise bis zum Dessert.

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Welchen kulinarischen Genüssen können Sie nicht widerstehen?
Im Grundsatz mag ich alle exzellent und mit Leidenschaft gekochten Speisen.

Welchen Traum wollen Sie sich erfüllen?
Gemeinsam mit meiner Familie durch sämtliche Staaten der USA reisen.

Welches Musikstück würden Sie als persönliche Hymne wählen?
«Learning to Fly» – sowohl in der Version von Tom Petty als auch von Pink Floyd.

Steckbrief

Name: Patrick Freudiger

Geboren: 15. Februar 1965

Zivilstand: Im Konkubinat, eine Tochter

Wohnort: Muri bei Bern

Ausbildung: Lic. rer. pol./Informatiker

Bisherige Funktion: Senior-Partner, Mitglied der Geschäftsleitung und VR-Präsident, Valion AG, Bern

Neue Funktion: Chief Information Officer (CIO), Mitglied der Amag-Konzernleitung, Amag, Zürich