Lienert war zuvor in verschiedenen renommierten Agenturen in Bern, Hamburg und Zürich tätig, zuletzt als Creative Director bei Draftfcb/Lowe. Danach hat er als Selbstständiger eigene Kunden betreut oder Aufgaben für Agenturen übernommen. Lienert hat für einen Werber von der kreativen Seite einen eher ungewöhn­lichen Bildungshorizont: Er hat an der Uni Bern Wirtschaft studiert, verfügt über ein eidgenössisches Diplom als Leiter Marketing-Kommunikation und zudem über ­einen Abschluss als Executive MBA mit Schwerpunkt Marketing der Hochschule für Wirtschaft Zürich. In der Agentur nimmt er auch Aufgaben der strategischen Kommunikationsberatung wahr.

Alte Liebe rostet nicht. Ihr neuer Arbeit­geber und Sie kennen sich seit zwei Jahren. Ist Ihr Übertritt eine Liebes- oder eher eine Zweckheirat?

Patrick Lienert:
Natürlich eine Liebesheirat, obwohl ich normalerweise dem weiblichen Geschlecht zugetan bin.

Die letzten Jahre waren Sie als Selbstständiger unterwegs. Haben Sie nun das berufliche Single-Leben satt?

Zugegeben, ich hatte eine schöne Zeit. Aber Unikat ist so ein tolles Umfeld, dass die Vorteile schon bald überwiegen werden.

Unikat fühlt sich der «fundierten Kreativität» verpflichtet. Das tönt so verpflichtend, diese «fundierte Kreativität». Was ­verstehen Sie darunter?

Dass die Kreativität nicht im luftleeren Raum stattfindet, sondern äusserst präzise auf die Lösung der Aufgabenstellung ausgerichtet ist.

Apropos «fundierte Kreativität»? Was würden Sie der UBS für einen Gratistipp für eine Image-Kampagne geben?

Ich denke, die UBS hat sehr professionelle Kommunikationspartner. Ratschläge stehen mir nur bedingt an. Falsch wäre aber, die Kommunikation grundsätzlich runterzufahren. Eine gewisse Normalität in der öffentlichen Präsenz ist ein vertrauenbildendes Signal per se.

Wie wichtig ist Ihnen persönlich Geld?

Als H&M-Stammkunde und Naturfreak habe ich kaum Statusausgaben, ich habe nicht mal eine Uhr. So kann ich mir den kleinen Luxus erlauben, dass mir Geld tatsächlich nicht so wichtig sein muss.

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Wie sind Sie zum neuen Job gekommen?

Mit gemeinsamen Projekten.

Was langweilt Sie?

Die zunehmende politische Ideologisierung und die damit verbundene permanente Krisenbeschwörung. Wir leben in einer grossartigen Welt und in einer grossartigen Zeit. Das geht leider allzu oft vergessen.

Welches Buch hat Sie beeindruckt?

Die «Flora Helvetica». Eine Art Bibel für mich als Hobby-Botaniker, in der sämtliche der über 3000 Pflanzenarten der Schweiz beschrieben sind.

Was stimmt Sie traurig?

Wenn ich sehe, wie die Natur in der Schweiz bis in den hintersten Winkel landwirtschaftlich übernutzt und verdrängt wird.

Was würden Sie gerne erfinden?

Einen Computer, den man versteht. Das iPhone der Computerbranche sozusagen.

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung ausserhalb der Arbeit?

Je nach Jahreszeit bergwandern oder im Mittelland botanisierend durch Magerwiesen streifen – und in den Zwischensaisons Golf.

Wie wohnen Sie?

Bescheiden. Meine Stadtwohnung ist eher Basislager für Ausflüge und Touren denn Lebensmittelpunkt.

Was für ein Auto fahren Sie?

Einen älteren Subaru Forester, mit dem ich in den Bergen freundlich gegrüsst werde. Dank einer dreimonatigen Zwangspause habe ich jetzt aber gerade wieder das fantastische ÖV-Angebot in der Schweiz kennen- und schätzen gelernt.

Welche Fähigkeiten besässen Sie gerne?

Die Welt zu retten. Unwiderstehlich für die Frauen zu sein. Aber zuerst einmal, den Golfball weiter zu schlagen ...

Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Glücklich sein. Das klingt etwas egoistisch, bringt aber letztendlich vielen anderen auch etwas.

Können Sie kochen?

Meine Gerichte mit selbstgesuchten Pilzen sind ganz passabel. Ansonsten werde ich nie in einem Gault-Millau-Führer erscheinen.

Welchen kulinarischen Genüssen können Sie nicht widerstehen?

Dem Einheitsmenu in einer SAC-Hütte.

Welchen Traum wollen Sie sich erfüllen?

Ein eigenes kleines Naturschutzgebiet.

Was ist Ihre grösste Sorge?

Dass meiner 8-jährigen Tochter etwas Schlimmes zustossen könnte.

Welches Musikstück würden Sie als persönliche Hymne wählen?

Das einzige Stück, dessen Text ich auswendig konnte, war «Wish you were here» von Pink Floyd.

 

Steckbrief

Name: Patrick Lienert
Geboren: 6. November 1963
Zivilstand: Ledig
Wohnort: Zürich
Ausbildung: Leiter Marketing-Kommunikation; Ex. MBA
Bisherige Funktion: Selbstständig
Neue Funktion: Partner Unikat Kommunikationsagentur, ­Küsnacht ZH