Bachmann war zuletzt Direktor des Spitals Affoltern in Affoltern am Albis ZH. Vorher war er Direktor der Stiftung für Schwerbehinderte in Luzern beziehungsweise Personalleiter im Schweizer Paraplegiker-Zentrum Nottwil LU. Das REHAB Basel ist ein Zentrum für Querschnittgelähmte und Hirnverletzte und verfügt über 92 Betten. Es beschäftigt knapp 400 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Das REHAB Basel/Paraplegikerzentrum wird vermehrt mit Unfallopfern von Risikosportarten konfrontiert. Sind wir uns heute in unserem Freizeitverhalten dieser Risiken zu wenig bewusst?

Stephan Bachmann:
Ich glaube nicht. Das Bewusstsein der Gefahren ist durchaus vorhanden. Aber wahrscheinlich ist die Lust am Risiko und an grenzwertigen Aktivitäten grösser als die Sorge  darum, was passieren könnte.

Wie weit belasten einen im direkten Arbeitsumfeld die Schicksale von Menschen, die in ihrer Mobilität endgültig eingeschränkt sind?
Ich denke, dass für Mitarbeitende in der direkten Betreuung und Pflege die Arbeit oftmals belastend sein kann. In meiner Führungsfunktion erlebe ich die Kontakte mit den  Patienten eher als bereichernd, weil diese oftmals die eigenen kleinen Probleme im persönlichen Alltag relativieren.

Unterscheidet sich die Funktion eines Direktors an einer Spezialklinik grundsätzlich von jener eines Spitals der öffentlichen Hand?
Nein, die Tätigkeiten und Herausforderungen als Direktor sind aus meiner Sicht weitgehend identisch.

Geld ist im Gesundheitswesen ein heisses und damit viel diskutiertes Thema. Wie wichtig ist Ihnen Geld?
Es ermöglicht Freiheit und Unabhängigkeit und zwischendurch unnötige, aber schöne Anschaffungen.

Was langweilt Sie?
Ein Leben ohne Momente der langen Weile …

Welches Buch hat Sie beeindruckt?
«Schmetterling und Taucherglocke» von Jean-Dominique Bauby. Eindrücklich, was Menschen mit einer Behinderung leisten können.  Der ehemalige Chefredaktor der Zeitschrift «Elle» hat dieses Buch in einer Klinik kurz vor seinem Tod durch Blinzeln mit den Augen diktiert.

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Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung ausserhalbder Arbeit?
Ferien und Reisen mit meiner Frau.

Womit haben Sie als Kind am liebsten gespielt?
Mit dem Fussball.

Was stimmt Sie traurig?
Wenn geliebte Menschen sterben.

Wer sind die wichtigsten Menschen in Ihrem Leben?
Meine Frau Laura.

Was würden Sie gerne erfinden?
Essen und trinken zu können und dabei an Gewicht zu verlieren.

Welches Erlebnis hat Sie geprägt?
Der frühe Tod meiner Mutter.

Wie wohnen Sie?
In einer hellen Stadtwohnung mit viel Licht und weiter Sicht.

Was für ein Auto fahren Sie?
Ein schwarzes.

Wer sind die drei klügsten Köpfe unserer Zeit?
Bertrand Piccard, Helmut Schmidt und Evelyn Widmer-Schlumpf.

Was sind Ihre Pläne für die nächsten sechs Monate?
Erfolgreich im REHAB Basel zu starten und eine Altbauwohnung mit Stil in Basel zu finden.

Welche Fähigkeiten besässen Sie gerne?
Fliessend mehrere Sprachen zu sprechen.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?
Das Leben findet heute statt.

Was ist Ihre grösste Sorge?
Der mögliche Verlust eines geliebten Menschen.

Was treibt Sie derzeit am meisten an?
Die Freude an einem arbeitsfreien Monat mit vielen Sozialkontakten und die Vorfreude auf meine Tätigkeit im REHAB Basel.

Welchen Traum wollen Sie sich erfüllen?
Nach 30 Jahren Lotto spielen endlich einen 6er zu haben.

Wie wichtig ist Ihnen ein Leben ausserhalb der Arbeit?
Ein erfülltes Leben ist mir generell wichtig, dazu gehört auch eine befriedigende und sinnstiftende Arbeit.

Welchen kulinarischen Genüssen können Sie nicht widerstehen?
Knusprigem Brot, Marroni und Marzipan.

Welches Musikstück würden Sie als persönliche Hymne wählen?
Irgendeines der tollen Lieder von Herbert Grönemeyer.

Steckbrief
Name: Stephan Bachmann
Geboren: 18. Juni 1967
Zivilstand: Verheiratet
Wohnort: Luzern
Ausbildung: dipl. Betriebsökonom FH/Executive MBA
Bisherige Funktion: Direktor Spital Affoltern, Affoltern am AlbisZH
Neue Funktion: Direktor und Vorsitzender der Geschäftsleitung des REHAB Basel – Schweizerisches Paraplegikerzentrum, Basel