Die diplomierte Wirtschaftsprüferin bekleidete bisher diverse leitende Funktionen sowohl bei Grossbanken als auch bei Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen. Sie steht seit 2008 in den Diensten der Banque CIC (Suisse), wo sie bis Ende April dieses Jahrs als Leiterin der internen Revision tätig war. Die Banque CIC (Suisse) versteht sich seit 1909 als lokal verankerte Universalbank, die auf dem Fundament ihrer Geschichte und auf der Zugehörigkeit zur genossenschaftlich organisierten, internationalen Bankengruppe Crédit Mutuel-CIC aufbaut.

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Sie sind die erste Frau in der Geschäftsleitung der CIC. Nach 103 Jahren wurde es dafür endlich Zeit ...
Cinzia Visinoni:
Das ist eine natürliche Entwicklung und entspricht der modernen Denkweise des Managements der Bank. Ich nehme die Chancengleichheit als Teil der Kultur der Bank CIC wahr.

Wie steht es generell mit der Frauenförderung bei der CIC?
Wir haben schon heute etliche Frauen in Führungspositionen. Bei der Förderung und Selektion der Mitarbeitenden stehen der Leistungsausweis, die Kompetenz und das Potenzial im Vordergrund. Die Persönlichkeit ist wichtig – unabhängig vom Geschlecht.

Man spricht immer davon, Frauen hätten es im Berufsalltag schwerer als ihre männlichen Kollegen. Drehen wir die Frage mal um: Wo hat es eine Frau leichter im Beruf?
Frauen fällt es in der Regel einfacher, im Beruf mehrere Aufgaben zu koordinieren, da Frauen oft schon Familie, Haushalt und Beruf managen. Zudem bringen Frauen einen anderen Blickwinkel in der Betrachtung von Dingen ein, was für eine Lösungsfindung hilfreich ist.

Banking beruht immer auch auf Networking. Sind Sie als Frau ähnlich gut eingebunden wie Männer?
Ich denke, dass ich gut vernetzt bin. Es ist für Frauen allerdings oftmals eine grössere Herausforderung, ein stabiles Netzwerk aufzubauen und zu pflegen, weil die Lebenswege von Frauen in der Regel heterogener sind.

Was wünscht man sich als einzige Frau in einer Geschäftsleitung?
Dass wir weiterhin so gut und konstruktiv wie bisher zusammenarbeiten.

Die Banque CIC (Suisse) hat ihr Geschäftsjahr in einem nach wie vor schwierigen Umfeld mit einer Steigerung des Bruttogewinns um 15 Prozent auf 15,2 Millionen Franken und einer Steigerung des Reingewinns um 32 Prozent abgeschlossen. Was machen Sie anders als die Konkurrenz?
Eine sehr persönliche und individuelle Betreuung kombinieren wir mit einer breiten Produktpalette. Wir pflegen unsere Kunden und sind ein verlässlicher Partner. Da spielt Vertrauen eine sehr grosse Rolle. Wir sind vielleicht generell auch etwas konservativer im Ansatz. Sicherheit war und ist für uns ein zentraler Anspruch.

In Ihrem Job dreht sich alles um Geld: Wie wichtig ist Ihnen Geld?
Beruflich ist es mein tägliches Geschäft und für mich in erster Linie ein Mittel, das ermöglicht, persönliche Wünsche zu erfüllen.

Wie kamen Sie zum neuen Job?
Der Job kam vielmehr zu mir. Ich habe diese Herausforderung angenommen und freue mich über die Anerkennung und das Vertrauen.

Welches Buch hat Sie beeindruckt?
«Il Gattopardo» von Giuseppe Tomasi di Lampedusa und «Die Kunst des klaren Denkens» von Rolf Dobelli.

Was stimmt Sie traurig?
Gewalt in allen Formen und Ausprägungen.

Was würden Sie gerne erfinden?
Eine sich selbst reinigende Wohnung.

Was langweilt Sie?
Gossip.

Wie wohnen Sie?
In einer modernen Wohnung in der Nähe von Zürich. Ich mag klare Linien, eine reduzierte Einrichtung, genügend Platz und die Nähe zur Stadt.

Was für ein Auto fahren Sie?
Einen Porsche Boxter.

Welche Fähigkeiten besässen Sie gerne?
Ich würde gerne so gut Geige spielen können wie Anne-Sophie Mutter.

Wie lautet Ihr Alltagsmotto?
«Geht nicht gibts nicht.»

Was treibt Sie derzeit am meisten an?
Die Möglichkeit und Freiheit, etwas zu bewirken.

Was ist Ihre grösste Sorge?
Die Verschuldungssituation der industrialisierten Staaten und deren potenzielle Folgen.

Welchen Traum wollen Sie sich irgendwann mal erfüllen?
Eine Reise durch Japan.

Welchen kulinarischen Genüssen können Sie nicht widerstehen?
Glace in allen Sorten und Variationen.

Welches Musikstück würden Sie als persönliche Hymne wählen?
Zur Zeit der Fussball-EM und der Formel 1 gibt es für mich nur eine Hymne: Die italienische! (mk)

 

Steckbrief

Name: Cinzia Visinoni

Geboren: 12. Juli 1961

Zivilstand: Unverheiratet

Wohnort: Thalwil

Ausbildung: Betriebswirtschafterin HF, dipl. Wirtschaftsprüferin

Bisherige Funktion: Leiterin Interne Revision, Bank CIC (Schweiz) AG, Basel

Neue Funktion: Chief Operating Officer (COO), Bank CIC (Schweiz) AG, Basel