Brülisauer stiess 2001 zu Heidrick & Struggles und hat laut Firmenangaben in den vergangenen elf Jahren zahlreiche Top-Management-Rekrutierungen für nationale und internationale Konzerne durchgeführt. Als Leiter der Industrial Practice ist er zuständig für funktionsübergreifendes Suchen im Industriebereich. Zudem ist er Experte für Rekrutierungen von Finanzchefs (CFO) und deren Direct Reports.

Was sind die Herausforderungen, die sich heute im Executive Search stellen?
Dominik Brülisauer:
Da gibt es einige: Eine ist sicher, dass viele Positionen, vor allem auf Ebene des Verwaltungsrats, immer noch aus persönlichen Beziehungen heraus besetzt werden. Wir setzen uns dafür ein, dass die Auswahlprozesse – insbesondere für Top-Besetzungen – professionalisiert werden. Die zweite ­Herausforderung der Branche ist die ­Verschiebung weg vom puren Executive Search hin zu mehr Leadership Consulting. Wir haben dieses in den letzten ­Jahren stark ausgebaut, damit wir unsere Kunden umfassender unterstützen können. Als dritten Trend stellen wir fest, dass viele Firmen der Ansicht sind, sie könnten unter anderem dank Social ­Media diverse Managementprofile ganz einfach selber rekrutieren.

Sie sind elf Jahre in der Kadersuche tätig. War es früher weniger komplex, Top-Manager oder Verwaltungsräte zu rekrutieren?
Es war auch damals nicht einfach, gute Leute zu finden. Aber das Geschäft ist heute im Vergleich viel interna­tionaler geprägt und die Prozesse sind schlanker, flexibler und schneller. Execu­tive Search hat sich in den letzten Jahren stark professionalisiert.

Wie wichtig ist für Sie Networking? Muss man sieben Tage in der Woche auf der Piste sein, um wichtige Leute – auch mögliche Kandidaten – zu treffen?
Networking ist selbstverständlich wichtig. Man muss die wertvollen und prägenden Kontakte zu pflegen wissen. Ein guter Headhunter übt seine Tätigkeit mit viel Leidenschaft und Herzblut aus, und er ist immer aufmerksam und sieht überall Opportunitäten. Ich sehe es hin­gegen nicht als meinen Auftrag, von einem Anlass zum nächsten zu hetzen und sich überall zu präsentieren.

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Früher spielte das Militär eine Rolle, auch die Mitgliedschaft in einem Serviceclub wie Rotary, Lions oder Kiwanis. Haben diese Netzwerke gänzlich ausgedient?
In der Schweiz wohl kaum gänzlich, im internationalen Kontext, in welchem wir uns mehrheitlich bewe-gen, ist die Relevanz sicherlich nicht so stark.

Die Rekrutierung von Kader ist internationaler geworden...
Das ist definitiv so. Heute ­können auch asiatische Manager europäische Managementpositionen besetzen, und Know-how, insbesondere im asiatischen oder lateinamerikanischen Markt, ist auch in der Schweiz gefragt.

Wie kamen Sie eigentlich zum neuen Job? Kaum durch die eigene Vermittlung.
Es gab einen internen Auswahlprozess, unter anderem mit Evaluierung von Business Plan, diversen Gesprächen.

Wie wichtig ist Ihnen persönlich Geld?
Ein Motivator, aber nie prägendes Element.

Was langweilt Sie?
Standardaussagen und Wichtigtuerei.

Welches Buch hat Sie beeindruckt?
«Die Brüder Karamasow» von Dostojewski – ein wunderbarer Roman über die existenziellen Urthemen wie ­Liebe, Genuss, Geld und Macht, mit einem fein ausgearbeiteten Beschrieb menschlicher Charaktere.

Welche Fähigkeiten besässen Sie gerne?
Ein perfektes Gedächtnis. Ich würde gerne alles bis dato Erfahrene und Gelernte jederzeit abrufen können.

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung ausserhalb der Arbeit?:
Mit meiner Familie, meinen Kindern und Freunden einen friedlichen Alltag leben.

Wie lautet Ihr Alltagsmotto?
Sei gut, gewissenhaft sowie ­authentisch in dem, was du machst.

Was treibt Sie derzeit am meisten an?
Das Glück, dass ich jeden Morgen gerne zur Arbeit gehe. Ich schätze die tolle Kollegialität in unserem Büro und den hohen Grad an Diversität.

Welchen Traum wollen Sie sich erfüllen?
Ich hätte gerne irgendwann einmal ein kleines Boot auf irgendeinem schönen Gewässer dieser Welt.

Können Sie kochen?
Noch nicht.

Welchen kulinarischen Genüssen können Sie nicht widerstehen?
Der dünnen Schwarzen mit Fleur de Sel von Lindt.

Welches Musikstück würden Sie als persönliche Hymne wählen?
«Hotel California» von den ­Eagles. Dieser Song begegnet mir immer mal wieder in schönen Momenten. (mk)

Steckbrief

Name: Dominik Brülisauer

Geboren: 24. Mai 1975

Wohnort: Rüschlikon

Ausbildung: Bachelor in ­Business Administration

Bisherige Funktion: Principal für die Practices Industrie und Finanzchef (CFO), Heidrick & Struggles, Zürich

Neue Funktion: Geschäfts­führer Schweiz, Heidrick & Struggles, Zürich