Bünnig stiess 2005 zu DKSH und verantwortet seit 2007 global die Healthcare-Aktivitäten der DKSH-Tochter Medinova. Vor seiner Zeit bei DKSH war der Ökonom für Pharmaunternehmen in den USA, Frankreich und Deutschland tätig.

«Think Asia. Think DKSH» – dieser Slogan von DKSH sagt fast alles aus über den Fokus des börsenkotierten Schweizer Handelskonzerns. Doch was macht eigentlich DKSH Schweiz?

Frank Bünnig:
Die DKSH-Gruppe, zu der auch DKSH Schweiz gehört, ist weltweit tätig und hat den Hauptsitz in Zürich. Wir sind ein Dienstleister, der anderen Un­ternehmen und Marken dabei hilft, in neue oder bereits existierende Märkte zu ­expandieren. Wir verfügen über ein Netzwerk von 650 Niederlassungen in 35 Ländern – 630 davon in Asien – und rund 26000 spezialisierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. DKSH Schweiz ist die Schweizer Vertriebsniederlassung, die beispielsweise hochspezialisierte, vornehmlich in Asien gesourcte Wirkstoffe an die Schweizer Pharma-, Chemie-, Nahrungsmittel- oder Kosmetikindustrie liefert.

Wie sehen Sie die Positionierung von DKSH Schweiz innerhalb der Gruppe?
Wir bieten ein auf die Kunden­bedürfnisse massgeschneidertes Portfolio an Dienstleistungen, von Sourcing, Marketing, Vertrieb bis hin zu Kundendienst. Wie auf Gruppenebene sind unsere ­Geschäftsaktivitäten in vier spezialisierte Geschäftseinheiten unterteilt: Konsumgüter, Pharma – in der Schweiz die DKSH-Tochter Medinova –, Spezialrohstoffe und Technologie.

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Wie viele Beschäftigte hat DKSH Schweiz auf der Lohnliste?
DKSH Schweiz beschäftigt über 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dazu kommen knapp 30 Mitarbeiter, die in der Konzernzentrale arbeiten.

Wie und wo kommt der hiesige ­Konsument direkt in Berührung mit DKSH Schweiz?
Wir sind im Bereich Business-to-Business tätig. Der Konsument kommt ­daher oft indirekt in Berührung mit uns. So finden sich in vielen Produkten Inhalts- und Wirkstoffe, die wir in Asien beschaffen und an Schweizer Unternehmen ­liefern. Beispielsweise gentechfreies Soja-Lecithin aus Indien, das in der gesamten Schweizer Schokoladenindustrie zum Einsatz kommt.

Wie beurteilen Sie die Wachstumschancen von DKSH auf dem Heimmarkt? In vielen Branchen hat man das Gefühl, der ­«Kuchen» sei in der Schweiz verteilt.
DKSH Schweiz ist sehr gut aufgestellt. Die vier Geschäftseinheiten entwickeln sich positiv. Ich bin zuversichtlich, dass wir uns weiter entlang dem erfolgreichen Wachstumspfad der Gruppe entwickeln.

Wie wichtig ist Ihnen persönlich Geld?
Für mich ist Geld dann wichtig, wenn es um die Befriedigung elementarer Bedürfnisse geht. Darüber hinaus schafft es einen gewissen Freiraum, den ich schätze.

Welches Buch hat Sie beeindruckt?
Ich mag den US-Schriftsteller John Irving. Kürzlich habe ich «Letzte Nacht in Twisted River» gelesen – eine ­sagenhafte Story über Familie, Freundschaft und Durchhaltewillen, durchsetzt mit grossen Charakteren.

Was würden Sie gerne erfinden?
Wenn ich mir in Zürich die zahlreichen Baustellen anschaue und anhöre, wären lautlose Baumaschinen vielleicht ganz nützlich …

Wie wohnen Sie?
In einer Wohnung in der Stadt ­Zürich.

Was für ein Auto fahren Sie?
Ein praktisches.

Wie lautet Ihr Alltagsmotto?
Jeder Tag ist ein guter Tag.

Was treibt Sie derzeit am meisten an?
Privat finde ich es spannend, unseren achtjährigen Sohn aufwachsen zu sehen. Ich habe Spass, ihn beim Lernen zu begleiten und an seinen Erfolgen teilzu­haben – gleichzeitig lerne ich mit ihm auch, mit Niederlagen umzugehen.

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Und beruflich?
Das Umfeld bei DKSH Schweiz. Ich schätze es, mit einem internationalen Team zusammenzuarbeiten, das motiviert ist, nicht Probleme in den Vordergrund stellt, sondern stets die Möglichkeiten sieht und anpackt. In dieser Hinsicht bin ich privilegiert.

Können Sie kochen?
(lacht): Familie und Freunde sagen Ja.

Mit welchen Vorlieben stehen Sie am Herd?
Ich liebe die italienische Küche, koche aber auch gern bürgerlich.

Welchen Traum wollen Sie sich erfüllen?
Eine Reise, von der ich nur den Anfang kenne. Ich habe schon viel von der Welt gesehen, meistens wusste ich aber schon vom Antritt der Reise an, wann ich wieder zurück sein werde. Spontan zu bleiben, das wäre schön. (mk)

Steckbrief

Name: Frank Bünnig

Geboren: 12. Juli 1967

Zivilstand: Verheiratet

Wohnort: Zürich

Ausbildung: Betriebswirtschaftslehre FH Mainz

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Bisherige Funktion: Leiter der globalen Healthcare-Aktivitäten der DKSH-Tochter Medinova, Zürich

Neue Funktion: Geschäfts­führer DKSH Schweiz & ­Medinova AG/DKSH Healthcare Schweiz, Zürich