In die Sonderverwaltungszone an der Südküste der Volksrepublik China wechselt Eggmann von der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur, wo er die vergangenen dreieinhalb Jahre im Rang eines diplomatischen Beraters als stellvertretender Missionsleiter auf der Schweizer Botschaft tätig war. Ins Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ist Eggmann 1985 eingetreten. Nach seiner konsularischen Ausbildung in Bern war er bis 2005 stationiert in Manila (Philippinen), Hamburg (Deutschland), Nairobi (Kenia), Curitiba (Brasilien), São Paulo (Brasilien), Moskau (Russland), Tel Aviv (Israel) und Brasília (Brasilien). Danach kehrte Eggmann für vier Jahre in die Schweiz zurück, wo er für das HR Recruitment und Marketing des EDA zuständig war. 2009 zog er via Bangalore (Indien) nach Kuala Lumpur (Malaysia). Vor seiner diplomatischen Karriere hat Eggmann von 1978 bis 1985 hierzulande in der Privatwirtschaft gearbeitet, unter anderem für Miele in Spreitenbach AG oder für Nipalor in La Chaux-de-Fonds NE, wo der gebürtige Bieler aufgewachsen ist.

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Der Swiss Business Hub in Hongkong ist der 19. gemeinsame Stützpunkt der Osec und des EDA im Ausland. Das Team besteht derzeit aus zwei Personen.

Sie leiten den neuen Swiss Business Hubin Hongkong. Wie ist es zu Ihrer Berufung gekommen?

Frank Eggmann:
Man könnte sagen, dass sich hier der Spruch «Die richtige Person zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort» realisiert hat. Mein beruflicher Werdegang wie auch meine persönliche Beziehung zu Asien haben sicherlich dazu beigetragen. Und ich verwirkliche zusätzlich noch einen Wunsch, nämlich einmal vollamtlich für die Wirtschaft tätig zu sein – im Gegensatz zur Diplomatie, in der ich eher ein Generalist war.

Welche beruflichen und/oder privaten Beziehungen hatten Sie davor zur asiatischen Wirtschaftsmetropole?
Hongkong an sich kenne ich eher von der touristischen Seite. Aber die Wirtschaftssprache ist ja universal. Dem kulturellen «Fine-Tuning» sehe ich mit Freude entgegen.

Sie nehmen Ihre operative Tätigkeit Mitte November auf. Welches werden Ihre ersten Amtshandlungen sein?
Der Aufbau des Netzwerkes gehört zu den obersten Prioritäten. In der ersten Phase gehört aber auch die logistische Tätigkeit dazu, um schnellstmöglich operationell zu sein. An spannender Arbeit und ungewöhnlichen Herausforderungen wird es nicht fehlen.

Was unterscheidet die Sonderverwaltungszone Hongkong von der restlichen Volksrepublik China?
Das Tor nach innen wie nach aussen, eine wichtige Etappe zwischen Osten und Westen, ein Sprungbrett für KMU in beide Richtungen.

Die European Free Trade Association,kurz Efta, hat seit Anfang Oktober ein gegenseitiges Freihandelsabkommen mit Hongkong – quasi vor allen anderen Staaten der Welt. Stehen den Firmenaus der Schweiz und Liechtenstein nun sämtliche Türen uneingeschränkt offen?
Überall, wo die Schweiz ein Freihandelsabkommen unterschrieben hat, sind die Zahlen des gegenseitigen Handelsvolumens kontinuierlich angestiegen. Die Umsetzung aller Klauseln eines Freihandelsabkommens in die Praxis braucht Zeit, aber mit Hongkong wird das rasant schnell gehen.

Wie wichtig ist Ihnen persönlich Geld?
Gesunder Erfolg – privat und beruflich – ist mir wichtiger als ein fettes Portemonnaie.

Was langweilt Sie?
Status quo.

Welches Buch hat Sie beeindruckt?
Die japanische Trilogie «IQ84» von Haruki Murakami.

Was stimmt Sie traurig?
Intoleranz, Respektlosigkeit und Überheblichkeit.

Was würden Sie gerne erfinden?
Ein bisschen mehr Zeit...

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung ausserhalb der Arbeit?
Sport zum Ausgleich. Ich bin ein Naturfreund und besteige gerne Berge, so hoch wie möglich.

Wie wohnen Sie?
Praktisch und gemütlich.

Was für ein Auto fahren Sie?
Am liebsten keines. Und in Hongkong habe ich mir vorgenommen, mich ausschliesslich mit dem öffentlichen Verkehr zu bewegen.

Können Sie kochen? Und was?
Wenn ich sicher bin, dassich nicht abwaschen muss, dann koche ich gerne. Meine Küche ist geprägt von den vielen Ländern, in denen ich schon gelebt habe.

Welches Musikstück würden Sie als persönliche Hymne wählen?
Das Schweizer Volkslied «Le Vieux Chalet», besser bekannt als «Là-haut, sur la Montagne».(ncb)

 

Steckbrief

Name: Frank Eggmann

Geboren: 7. Januar 1963 in Biel

Familie: Verheiratet, zwei Kinder

Wohnort: Hongkong, China

Ausbildung: KV und Diploma of Advanced Studies (DAS) in International Relations

Bisherige Funktion: Deputy Head of Mission, Schweizer Botschaft, Kuala Lumpur, Malaysia

Neue Funktion: Head of Swiss Business Hub, Schweizer Generalkonsulat, Hongkong, China