Als neues Geschäftsleitungsmitglied soll er die ­globale Ausrichtung vorantreiben. Braun wechselt von der Diethelm Keller Holding, Zürich, in den Fachhochschul­bereich. Beim weltweit aktiven, stark auf den asiatischen Markt fokussierten Schweizer Handelsunternehmen war er von 2004 bis 2012 Head of Corporate ­Office (Leiter des Konzernbüros). Zuvor war er sieben Jahre lang bei The Nuance Group in Glattbrugg ZH tätig. Für das im Reisedetailhandels­geschäft an internationalen Flughäfen führende Unternehmen amtete Braun als Group CFO (Gruppen-Finanzchef) und Deputy CEO (stellver­tretender Konzernchef).­

Sie verfügen über reiche internationale ­Erfahrung, unter anderem waren Sie in den 1990er-Jahren fünf Jahre in Singapur und zwei Jahre in New York als Finanzchef für das Pharmaunternehmen Ciba-Geigy tätig. Was war die schönste Zeit?

Markus Braun:
Die sieben Auslandjahre waren ausserordentlich spannend und ­erlebnisreich. Vor allem die fünf Jahre in Südostasien, während einer Boomphase im asiatischen Markt, waren eine tolle ­Erfahrung.

Wie bleibt Ihnen die Zeit beim Milliarden-Familienbetrieb Diethelm Keller in Erinnerung? Freuen Sie sich, dass Sie wieder viel offenherziger kommunizieren dürfen?
Die Zeit bleibt mir in jeder Beziehung in ausserordentlich guter Erinnerung. Nun freue ich mich aber tatsächlich auf eine offenere Kommunikationskultur mit den verschiedenen Interessengruppen­ in meiner neuen Aufgabe.

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Winterthur statt Singapur oder New York, Fachhochschule statt Handelsunter­nehmen – was nehmen Sie aus Ihrer ­globalen Vergangenheit mit in Ihre neue Lehr- und Beratungstätigkeit?
Ein interkulturelles Verständnis und ein internationales Partnernetzwerk für Unternehmensberatung, Forschung und Lehre sowie Fallbeispiele von vielen Projekten im internationalen Umfeld.

Warum internationalisiert sich die ZHAW School of Management and Law?
Unsere Studenten erlernen und trainieren wichtige internationale Kom­petenzen in Studienprogrammen und Austauschsemestern, um erfolgreich im globalisierten Arbeitsmarkt zu bestehen. Die ZHAW SML positioniert sich mit der internationalen Ausrichtung erfolgreich im kompetitiven Ausbildungsmarkt.

Auf welche Studenten ist die neue Abteilung der ZHAW SML ausgerichtet – auf Schweizer oder Ausländer?
Mehrheitlich auf Schweizer, wobei ausländische Studenten bewusst über Austauschprogramme in die Studiengänge­ aufgenommen werden. Mit international zusammengesetzten Klassen werden interkulturelle Kompetenzen geschult.

Wie kamen Sie zum neuen Job?
Über eine reguläre Ausschreibung und einen professionell organisierten ­Selektionsprozess der ZHAW SML.

Wie wichtig ist Ihnen persönlich Geld?
Wichtig – aber nicht so wichtig, dass es den Blick für andere, wesentlichere Aspekte des Lebens verstellen würde.

Was langweilt Sie?
Repetitionen ohne Fortschritt und Variation.

Welches Buch hat Sie beeindruckt?
Das Buch über Sir Thomas ­Stam­ford Raffles und seine Gründung von Singapurum das Jahr 1820.

Was stimmt Sie traurig?
Wenn Menschen gesundheitlich leiden.

Was würden Sie gerne erfinden?
Ein umweltverträgliches Passagier-Überschallflugzeug.

Welches Musikstück ist Ihre Hymne?
«Born in the USA» von Bruce Springsteen. Die geschäftliche «Just do it»-Mentalität, die Weite und Grösse des ­Landes und die gesellschaftliche Toleranz innerhalb der USA beeindrucken mich.

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Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung ­ausserhalb der Arbeit?
Berg- und Skitouren. Ich war ­kürzlich auf dem Kilimandscharo und aufdem Matterhorn.

Was für ein Auto fahren Sie?
Einen Kombi mit genügend Platz für geschäftliche und private Fahrten.

Welche Fähigkeiten besässen Sie gerne?
Noch besser zuhören zu können – daran arbeite ich.

Was ist Ihre grösste Sorge?
Nicht unbedingt eine Sorge, sondern eine motivierende Herausforderung: Top-Talente für die erfolgversprechenden­ internationalen Beratungs- und Weiterbildungsprojekte für die Abteilung Interna­tional Business rekrutieren zu können.

Wie lautet Ihr Alltagsmotto?
«Never give up – keep on trying». Ich bin auch im Alltag ein Ausdauersportler.­

Können Sie kochen?
Ich bin zwar kein Küchenartist. Aber Spaghetti und Grillgerichte bringe ich ganz ordentlich hin.

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Welchen kulinarischen Genüssen können Sie nicht widerstehen?
Asiatischem Hawker Food wie Laksa,­ Chicken Rice und frischen Mangos.

Welchen Traum wollen Sie sich erfüllen?
Ein Trekking im Himalaja. (mk)

Steckbrief

Name: Markus Braun

Geboren: 23. Juli 1958

Familie: Verheiratet, zwei Kinder

Wohnort: Illnau-Effretikon ZH

Ausbildung: Dr. rer. pol.(Universität Basel), lic. oec. HSG (Universität St. Gallen)

Bisherige Funktion: Leiter des Konzernbüros, Diethelm Keller Holding, Zürich

Neue Funktion: Leiter der Abteilung International Business, ZHAW School ofManagement and Law (SML) der Zürcher Hochschule fürAngewandte Wissenschaften (ZHAW), Winterthur