Der promovierte Physiker war vor seinem Wechsel zu Inventx stellvertretender Geschäftsführer von GFT Technologies (Schweiz) AG. Davor war Münster als CIO von Telekurs Card Solutions AG (heute SIX Card Solutions AG) verantwortlich für die Wartung und Weiterentwicklung der Front- und Backoffice-Applikationen im bargeldlosen Zahlungsverkehr sowie der geschäftsinternen Applikationen. Bei Systor war er Leiter der Corporate-Consulting-Abteilung und verantwortete eine e-Business-Division. Seinen beruflichen Werdegang startete Münster an den Universitäten Basel und Oulu (Finnland). Nach dem Studium der Physik dissertierte er 1993 am physikalischen Institut der Universität Basel. Münster verfügt zudem über einen Executive Master of Business Administration der Universität St. Gallen.

Inventx betreibt Kernbankenlösungen für Schweizer Privat-, Retail- und Kantonalbanken. Wie stark ist Ihre Branche vom wirtschaftlichen Erfolg der hiesigen Banken abhängig?

Oliver H. Münster:
Der wirtschaftliche Erfolg der Banken geht mit unserem Erfolg Hand in Hand. Inventx hat hier einen klaren Anspruch. Wir wollen die besonderen Anforderungen unserer Kunden nachhaltig und umfassend erfüllen.

Wie entscheidend ist Swissness?

Zusammen mit Innovation und Interaktion ist Swissness das, was Inventx ausmacht und täglich lebt. Drei wichtige Gründe, warum ich bei Inventx bin.

Andere Branchen lagern ihre IT-Dienstleistungen vermehrt ins Ausland aus, beispielsweise nach Indien. Könnten auch die Banken diesen Schritt intensivieren?

Viele Banken haben die Auslagerung ihrer IT bereits vollzogen – allerdings die wenigsten nach Indien. Unsere Kunden schätzen, dass ihre Daten in der Schweiz in unseren Rechenzentren gespeichert sind. Banken, die nun im Zusammenhang mit der aktuellen wirtschaftlichen Situation den Kostendruck vermehrt spüren, werden diese strategische Option ebenfalls prüfen und auch vermehrt wahrnehmen. Wir sind überzeugt, dass sich diese Option in mehrfacher Hinsicht ausbezahlt.

Die Banken klagen über Kostendruck. Spielt dieser Ihnen in die Hände? Oder wird dieser ganz einfach auch an Ihre Branche weitergegeben?

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Ich denke, dass sich unser Verkauf oft mit dem Thema Preis auseinandersetzen muss. Als Leistungserbringer wirken wir dem Druck entgegen. Entscheidend ist für uns, an welcher Stelle die Kosten bei den Kunden diskutiert werden. Stehen Innovation, Interaktion und Swissness vorher auf der Kundentraktandenliste, dann haben wir es richtig gemacht.

Alles dreht sich um Geld: Wie wichtig ist eigentlich Ihnen persönlich Geld?

Na ja, nicht immer. Mir ist vor allem dann bewusst, wie schnell das Geld weg ist, sobald ich wieder vor dem Bankomaten stehe.

Wie sind Sie zum neuen Job gekommen?

Der Job ist eigentlich durch einen glücklichen Zufall zu mir gekommen. Nun bin ich in doppelter Hinsicht «back to the roots». Zum einen startete meine berufliche Karriere im Unix Engineering, zum andern bin ich in Chur, wo auch der Hauptsitz der Inventx ist, geboren.

Was langweilt Sie?

Steuererklärungen, Staus und Sendungen über Synchronschwimmen.

Welches Buch hat Sie beeindruckt?

Kürzlich las ich Jo Nesbø’s «Der Leopard». Fantasievoll, extrem spannend geschrieben und aus dem Leben erzählt. Ein total einnehmendes Buch, das starke Nerven fordert.

Was stimmt Sie traurig?

Krieg und Intoleranz.

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung ausserhalb der Arbeit?

Wenn es die Zeit zulässt, treibe ich gerne Sport und geniesse die Natur.

Was für ein Auto fahren Sie?

Sehr oft benutze ich die öffentlichen Verkehrsmittel, ansonsten dasjenige meiner Partnerin – wenn sie mich lässt …

Welche Fähigkeiten besässen Sie gerne?

Wer träumt nicht vom Fliegen?

Wie lautet Ihr Alltagsmotto?

Lachenden und humorvollen Menschen gehört die Welt.

Was ist Ihre grösste Sorge?

Genau das eines Tages herauszufinden.

Was treibt Sie derzeit am meisten an?

Meine neuen Kollegen und der erste Kaffee am Morgen.

Können Sie kochen?

Das sollten Sie besser meine Familie und Freunde fragen. Auf jeden Fall koche ich gerne für sie.

Welchen Traum wollen Sie sich in Zukunft erfüllen?

Einmal schwerelos zu sein, das wäre schön.

Welches Musikstück würden Sie als persönliche Hymne wählen?

Ganz besonders gefällt mir Beethovens 9. Symphonie.

Steckbrief

Name: Oliver H. Münster
Geboren: 1. August 1966
Zivilstand: Ledig
Wohnort: Herrliberg
Ausbildung: Dipl. Physiker, Dr. phil. II, Exec. MBA Univ. St. Gallen
Bisherige Funktion: Director Production & Technology, GFT Technologies (Schweiz) AG, Glattbrugg
Neue Funktion: Leiter IT ­Services & Operation, Mitglied der Geschäftsleitung, Inventx AG, Chur