Zuvor war sie im Departement Bildung, Kultur und Sport des Kantons Aargau als stellvertretende Leiterin Entwicklung und Qualitätssicherung sowie als Spezialistin Bildungsplanung und -statistik tätig. Keller arbeitete zudem an der Universität Bern am Institut für Pädagogik in der Lehre, Forschung und im Management, war Expertin bei Bildungsprojekten und unterrichtete auf allen Schulstufen. Keller übernahm ihre neue Aufgabe von Theresa Langer-Durisch, die nach einem Mutterschaftsurlaub als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Quality Management der HWZ weiterhin tätig ist.

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Quality Management an einer Ausbildungsstätte: Was muss man sich darunter genau vorstellen?

Sarah Keller:
Darunter kann man sich so Verschiedenes vorstellen, wie es verschiedene Ausbildungsstätten gibt. Für die HWZ gilt: Qualitätsmanagement ist ein umfassender und stetiger Verbesserungsprozess, der sich auf alle Bereiche der Institution erstreckt. Für den zentralen Bereich der Lehre sind zur Sicherung und Weiterentwicklung von Qualität klare Standards bestimmend und es werden verschiedene Verfahren und Instrumente eingesetzt; angefangen von der Rekrutierung und Weiterbildung der Dozierenden über regelmässige Evaluationen der Lehre bis hin zum Best Teaching Award und vieles mehr.

Verteilen Sie Noten an jene, die üblicherweise Noten verteilen?
Nein, wir verteilen keine Noten. Um die Dozierenden darin zu unterstützen, die Qualität ihrer Lehre zu erhalten und zu steigern, geben wir ihnen unter anderem via Studierendenbefragungen Feedbacks zu ihren Lehrveranstaltungen. Anhand dieser sowie weiterer Rückmeldungen ist eine Verortung in Bezug auf definierte Zielwerte möglich und es lassen sich bedarfsgerechte Massnahmen umsetzen.

Braucht dieser Job nicht unheimlich viel Fingerspitzengefühl? Nicht alle Lehrkräfte lassen sich gerne beurteilen...
Überall, wo Menschen zusammenarbeiten, braucht es einen sorgsamen Umgang. Meine Erfahrung ist, dass Rückmeldungen geschätzt und beherzigt werden, wenn sie sich auf einen klar vereinbarten Rahmen beziehen, konstruktiv und zukunftsgerichtet sind.

Wo haben wir in der Qualität des Unterrichts die grössten Baustellen?
In der Balance zwischen Individualisieren und Standardisieren.

Ende Januar 2013 hat die HWZ die Qualitätsauszeichnung «Committed to Excellence» erlangt. Diese Auszeichnung wird von der SAQ Swiss Association for Quality als nationalem Partner der EFQM European Foundation for Quality Management vergeben. Braucht es Sie da überhaupt noch?
Ob es mich persönlich braucht, haben andere zu entscheiden. Das Qualitätsmanagement braucht es auf jeden Fall weiterhin. Denn: Qualität ist nicht einmal erreicht, sondern wird ständig erarbeitet. Die Auszeichnung «Committed to Excellence» ist eine Bestätigung für die HWZ, aber keine Lorbeere, auf der wir uns ausruhen können. Die nächste EFQM-Anerkennungsstufe «Recognized for Excellence» ist ein weiteres Etappenziel der HWZ.

Wie kamen Sie zum neuen Job?
Über ein reguläres Bewerbungsverfahren.

Wie wichtig ist Ihnen persönlich Geld?
Geld ist mir in dem Sinne wichtig, dass es eine gewisse Sicherheit und Freiheit gibt.

Was langweilt Sie?
Ein uninspiriertes Theaterstück oder Konzert. Da schlafe ich ein.

Welches Buch hat Sie beeindruckt?
«The Advancement of Learning» von Francis Bacon; vor über 400 Jahren mit solcher Weitsicht geschrieben, dass es heute noch Aktualität besitzt.

Was stimmt Sie traurig?
Gewalt in jeder Form.

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung ausserhalb der Arbeit?
Ich betätige mich gerne handwerklich und geniesse es, Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen.

Wie wohnen Sie?
In einer Wohnung mit guter Nachbarschaft mitten in Zürich.

Welche Fähigkeiten besässen Sie gerne?
Ich wäre gerne naturwissenschaftlich begabter.

Wie lautet Ihr Alltagsmotto?
Qualität statt Quantität.

Was ist Ihre grösste Sorge?
Dass gravierende Fehler aus der Vergangenheit wider besseren Wissens erneut begangen werden.

Was treibt Sie derzeit am meisten an?
Meine neue Tätigkeit an der HWZ.

Welchen kulinarischen Genüssen können Sie nicht widerstehen?
Un choix de fromage.

Welchen Traum wollen Sie sich erfüllen?
Nachdem ich in der Antarktis gewesen bin, möchte ich nun in die Arktis.

Welches Musikstück würden Sie als persönliche Hymne wählen?
«Palhaço» vom Trio Haden, Garbarek & Gismonti. (mk)

 

Steckbrief

Name: Sarah Keller

Geboren: 21. Mai 1968

Zivilstand: Ledig

Wohnort: Zürich

Ausbildung: Dr. phil., Master of Arts, dipl. LSEB, Primarlehrerin

Bisherige Funktion: Stv. Leiterin Entwicklung & Qualitätssicherung und Spezialistin Bildungsplanung & -statistik im Departement Bildung, Kultur und Sport Kanton Aargau, Aarau

Neue Funktion: Leiterin Abteilung Quality Management, HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich, Zürich