Bally und Tally schreibt sich zwar ähnlich, tönt aber, richtig ausgesprochen, ziemlich anders. Dennoch sieht das Bundesverwaltungsgericht die Gefahr von Verwechslung – und hat jüngst dem Modekonzern Bally recht gegeben, der 2006 Einspruch erhob gegen die Eintragung der Bezeichnung Tally im Markenregister. Ist es damit geschehen um den eingängigen Werbeslogan «Totally sexy, totally Tally»? Ein Firmensprecher winkt ab: «Der Entscheid stellt für Tally Weijl keine Niederlage dar.» Denn das Schweizer Fashionlabel schreibt seine Läden nicht mit der Kurzform an, sondern mit Tally Weijl.

Das Tessiner Unternehmen Bally darf einen juristischen Sieg feiern. Das kratzt Tally Weijl kein bisschen, denn die Firma erfreut sich eines ungebrochenen Wachstums. 2009 wurden 113 neue Läden eröffnet, der Umsatz stieg um ein Viertel auf 370 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr öffneten sogar 137 neue Shops ihre Tore. Und die Expansion wird locker aus dem Cashflow berappt. Über 2500 Mitarbeiter in 31 Ländern und 689 Geschäften sorgen dafür, dass auch bei den Besitzern, Tally Elfassi-Weijl und Ex-Mann Beat Grüring, die Kassen klingeln.

Vermögen: 100–200 Millionen