Der Möbelriese Ikea geht neue Wege. Die Schweden testen seit Juni in der Schweiz die Vermietung von Büromöbeln an Firmen, wie die «Handelszeitung» berichtete. Die Schweiz ist eines der ersten Länder, in denen Ikea das Konzept erprobt.

«Wir arbeiten mit 20 kleinen Geschäftskunden zusammen. Wir bieten ihnen Besprechungsräume oder Arbeitsplätze», fasste Simona Scarpaleggia, Geschäftsführerin von Ikea Schweiz, in einem Interview mit AWP zusammen. Ikea könne mit diesem Schritt neue Dienstleistungen anbieten und gleichzeitig ein nachhaltiges Image entwickeln.

«Warum sollte ein Profi eher mieten als kaufen wollen? Der erste Grund ist finanziell», sagte Scarpaleggia. «Wenn man fünf Schreibtische und fünf Stühle kauft, um einen Besprechungsraum auszustatten, beläuft sich das auf mehrere tausend Franken», erklärte die Frau, die seit 2010 an der Spitze des Unternehmens steht.

Mit dem Angebot von Ikea müsse der Kunde keine grossen Anfangsinvestitionen mehr tätigen. «Der zweite Grund ist, dass, egal was mit dem Unternehmen passiert, es den Vertrag und damit auch die Zahlungen ans uns stoppen kann.»

Zweites Leben für Möbel

Scarpaleggia beleuchtet auch den Nachhaltigkeitsgedanken des neuen Modells: «Wir wollen Verschwendung vermeiden. Wir nehmen die Produkte zurück und vermieten sie wieder an neue Kunden.»

Auch Privatpersonen können seit letztem Herbst ihren Möbeln ein «zweites Leben» einhauchen. Seit September 2018 kauft Ikea gut erhaltene Möbel von Kunden zurück. Und zwar gegen eine Geschenkkarte zu einem Höchstwert von 60 Prozent des ursprünglichen Verkaufspreises. «Das ist eine gute Geschäftsmöglichkeit für uns. Wenn du einen Gutschein hast, warum ihn nicht einlösen?», fragt Scarpaleggia.

Ikea für das Wallis

Der Möbelriese bleibt in der Schweiz auf Kurs und plant, im September 2022 sein zehntes Einrichtungshaus zu eröffnen. Konkret wurde laut Scarpaleggia in Riddes im Kanton Wallis bereits das Fundament für den Neubau gelegt. «Der Bau eines Ikea-Stores kostet zwischen 70 und 100 Millionen Franken», erklärte die Managerin.

In Bezug auf den Geschäftsverlauf ist sie der Ansicht, dass 2019 «ein gutes Jahr» wird. Das Wachstum falle mit bisher plus 1,5 Prozent höher aus als erwartet. Im verschobenen Geschäftsjahr 2017/18 stieg der Umsatz von Ikea Schweiz um 1,7 Prozent auf 1,1 Milliarden Franken

(awp/mlo)

Anzeige