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Medi24
Pläne beim Nachbarn

Angelo Eggli, Medi24
«Medi24 ist vorbereitet, um nach dem positiven Entscheid am Deutschen Ärztetag seine Kapazitäten schnell hochzufahren», führt Angelo Eggli aus.Quelle: zvg

Nach einer Lockerung des Fernbehandlungsverbots in Deutschland im Mai 2018 bereitet der Schweizer Telemedizin-Pionier Medi24 seinen Markteintritt im grossen Kanton vor.

Von Peter Marti
am 29.10.2018

Die Organisation der Telemedizin in der Schweiz gilt als vorbildlich. Auch in Deutschland, wo das Fernbehandlungsverbot zur Diskussion stand. Am Deutschen Ärztetag 2018, an dem auch rechtsverbindliche Grundentscheide getroffen worden sind, stimmten die Delegierten nun mehrheitlich für eine Lockerung dieses Verbotes. Damit ist der Weg frei für den Schweizer Telemedizinanbieter Medi24, um eine Expansion in Deutschland voranzutreiben.

Die Bedeutung der Telemedizin zeigt sich in den Fallzahlen: Allein Medi24 berät täglich bis zu 5000 Patienten aus der ganzen Schweiz per Telefon. Nebst Beantwortung allgemeiner medizi­nischer Fragen und Empfehlungen zur Behandlung gehören Konsultationen im Akutfall zu den Dienstleistungen des Telemedizin-Unternehmens. Medi24 agiert zudem als Notfall- und Praxistelefon für Ärztenetzwerke und Spitäler.

 

Telemedizin für Deutschland

Das computergestützte Triagesystem und der Aufbau der Organisation stossen im Ausland offensichtlich auf Interesse. «Medi24 wurde regelmässig eingeladen, in Deutschland über Telemedizin und den Aufbau eines entsprechenden Angebotes zu sprechen», erklärt Angelo Eggli, CEO bei Medi24. «Mit der Lockerung des Fernbehandlungsverbotes wird die Telemedizin rasch Verbreitung finden. Wir verzeichnen seit einiger Zeit vermehrt Anfragen von deutschen Krankenversicherern, die unsere Erfahrung nutzen möchten», fährt Eggli fort.

In der Schweiz übernimmt Medi24 für zahlreiche bedeutende Krankenkassen die telemedizinischen Konsultationen. Über diese Krankenversicherer und über verschiedene Ärztenetze haben mehr als 4,5 Millionen Personen Zugang zu medizinischer Beratung rund um die Uhr. Ähnliche Geschäftsmodelle sind für Deutschland ebenfalls denkbar, und Medi24 kann gemäss eigenen Angaben mit seinen in mehreren Sprachen angebotenen Dienstleistungen schnell in einen grösseren Markt expandieren. Eggli: «Mit unserer Datenbank, die mit Informationen aus zahlreichen Ländern gespiesen wird, sind wir in der Lage, kompetent auch ausserhalb der Schweiz telemedizinisch zu beraten.»

 

 

NACHGEFRAGT

Angelo Eggli, CEO Medi24

 

Welche Überlegungen haben dazu geführt, in den deutschen Markt einzutreten?
Angelo Eggli: Durch das Marktpotenzial von rund 80 Millionen Personen und ähnlich gelagerten Bedürfnissen in der Grundversorgung sind wir überzeugt, dass sich das heute sehr er­folgreich betriebene Telemedizin- Modell von Medi24 sehr schnell im deutschen Markt etablieren kann.

 
In welcher Form können Sie auf die Unterstützung durch den Mutterkonzern Allianz zählen?
Medi24 wickelt bereits seit 2016 für die Allianz Private Krankenversicherung (APKV) in Deutschland telemedi­zinische Dienstleistungen aus der Schweiz heraus ab. Somit ist unser Mutter­konzern ein idealer «Door-Opener», und gleichzeitig konnten wir bereits seit Längerem im deutschen Markt Er­kenntnisse gewinnen, welche nun für den Roll-out sehr wertvoll sind. Zudem profitieren wir selbstverständlich auch von der ausgezeichneten Vernetzung und Marktführerschaft der Allianz in deren Heimmarkt Deutschland.

 
Sind weitere Expansionen geplant?
Momentan beschäftigen wir uns mit der Expansion in alle umliegenden Länder, da wir in Europa seit Längerem ein generelles Umdenken zu Guns­ten telemedizinischer Dienstleistungen feststellen (zum Beispiel auch in Frankreich). Die Expansion in die umlie­genden Länder ist für Medi24 naheliegend, da wir alle entsprechenden Sprachen (D/F/I/E) bereits heute 24/7 anbieten.

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