Noch Anfang Februar ging es mit der Aktie auf ein Zweijahreshoch. Doch seit vier Wochen ist Swiss Re im Rückwärtsgang und seither hat der Titel 15 Prozent an Wert verloren. So richtig nach unten ging es mit der Aktie des Versicherungskonzerns im Vorfeld und nach Vorlage der vorläufigen Jahreszahlen Ende vergangener Woche.

Anleger waren von den Daten enttäuscht. Zwar konnte das SMI-Mitglied nach einem Verlust von 878 Millionen Dollar im Corona-Jahr mit 1,4 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr wieder klar in die Gewinnzone vorstossen. Aber das Ergebnis lag rund 500 Millionen Dollar unter den Erwartungen der Analysten.

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Pandemie kostet mehr als erwartet

Grund waren wie 2020 hohe Belastungen im Rahmen der Corona-Pandemie. Der Bereich mit Rückversicherung für Lebens- und Krankenversicherungen hatte wegen vieler Sterbefälle insbesondere in den USA zusätzliche Kosten von 2 Milliarden Dollar. Die Sparte verbuchte so im vergangenen Jahr einen Verlust von 523 Millionen Dollar.

Dieser Text beschreibt die jüngsten Entwicklungen im HZ-Satelliten-Portfolio der HZ-Musterportfolios.

Mit einem Gewinn je Aktie im vergangenen Jahr von geschätzt etwa 4,0 Franken kommt Swiss Re zwar auf ein nicht mehr ganz günstiges KGV zwischen 20 und 25. Die gute Nachricht aber: Der Gewinn dürfte in diesem und in den nächsten Jahren deutlich steigen.

Gute Perspektiven für Swiss Re im laufenden Jahr

Schon 2021 lief es, bereinigt um die Corona-Belastungen, rund. Der Jahresüberschuss lag auf dieser Basis bei 3 Milliarden Dollar oder etwa 8 Franken je Aktie. Die Eigenkapitalrendite erreichte so 11,6 Prozent, also fast doppelt so viel wie die inklusive Belastungen ausgewiesenen bei 5,7 Prozent.

Und es soll noch mehr werden. So konnten die Zürcher bei den Vertragserneuerungen zum Jahreswechsel mit den Erstversicherern in der Sparte Schaden und Unfall das Vertragsvolumen um 6 Prozent und die Preise um 4 Prozent anheben.

Ukraine-Krieg hat wenig Auswirkungen

Vom Konflikt in der Ukraine ist Swiss Re nach eigenen Angaben übrigens kaum betroffen, weder im Versicherungsbereich noch bei den Kapitalanlagen.

In den nächsten Jahren soll die Marge steigen. Bis 2024 will Firmenchef Christian Mumenthaler die Eigenkapitalrendite auf 14 Prozent ausweiten. Der Gewinn je Aktie könnte damit in zwei Jahren im Bereich von 12 Franken liegen. Angesichts eines für 2022 erwarteten 9er-KGV und einer weit überdurchschnittlich hohen nachhaltigen Dividende von 6,7 Prozent ist Swiss Re ein klarer Kauf.

Aktie auch kurzfristig attraktiv

Die Aktie ist aber nicht nur für Anleger mit einem mittleren Zeithorizont und einer Strategie des «Kaufen, liegen lassen und Dividenden kassieren» attraktiv, sondern auch für kurzfristig orientierte Spekulanten. Denn infolge des Kursrutsches der letzten Wochen ist Swiss Re auf die untere Begrenzungslinie des Aufwärtstrends von Anfang 2020 zurückgefallen.

Möglicherweise kann die Aktie wie schon viermal in den letzten zwei Jahren von dieser Linie schnell und kräftig nach oben drehen. Da sind schon innerhalb von zwei oder drei Monaten Kurssteigerungen von 20, 30 Prozent und mehr drin.

Wir nehmen Swiss Re neu in das Satelliten-Musterdepot auf. Der Aktiensplitt 1:3 bei Lang & Schwarz hat leider nicht den erwarteten Kursschub gebracht und deshalb steigen wir bei diesem Titel zur Finanzierung der Swiss-Re-Aufnahme aus.

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