Nachdem Rieter im September 2021 ein Dreijahreshoch erreicht hatte und Anfang 2022 nochmals über die Marke von 200 Franken springen konnte, ging es mit der Aktie des Anbieters von Textilmaschinen monatelang nach unten. Rieter hat in diesem Jahr bereits 30 Prozent an Wert verloren.

Diesen steilen Abwärtstrend hatten allerdings die Jahreszahlen Anfang März beendet. Die Daten waren vielversprechend. Im vergangenen Jahr kam der Maschinenbauer aus Winterthur mit vollem Tempo aus der Corona-Krise und steigerte den Umsatz um fast 70 Prozent auf 969 Millionen Franken. Mit Umsatzzuwächsen von 148 Prozent und 226 Prozent verbuchte Rieter die grössten Sprünge in Indien sowie in Nord- und Südamerika.

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Bestellungseingang bei Rieter ist regelrecht explodiert

Als führender Anbieter seines Sektors verzeichnete das Unternehmen beim Bestelleingang allerdings einen noch viel stärkeren Anstieg. Das Volumen der neuen Orders explodierte um 248 Prozent auf 2,2 Milliarden Franken. Der Auftragsbestand lag mit 1,8 Milliarden Franken 229 Prozent über dem Vorjahr.

Dieser Text beschreibt die jüngsten Entwicklungen im HZ-Satelliten-Portfolio der HZ-Musterportfolios.

Nach einem Verlust im ersten Corona-Jahr absolvierte Rieter im vergangenen Jahr auch einen schönen Turnaround: Aus dem Minus von 89,8 Millionen im 2020 wurde 2021 ein Reingewinn von 31,7 Millionen Franken. Je Aktie drehte das Ergebnis von minus 20,05 Franken auf ein Plus von 7,03 Franken. Bereits auf Basis der Zahlen von 2021 ist Rieter mit einem noch nicht zu hohen 20er-KGV wieder zurück. Aber es kommt noch besser. Denn bei einem 20er-KGV wird es nicht lange bleiben.

Wegen des hohen Bestelleingangs und der im vergangenen Jahr zugekauften drei Geschäftseinheiten von Saurer kündigt Firmenchef Norbert Klapper für dieses Jahr einen Umsatzsprung um etwa 50 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Franken an.

Rekordergebnis zu erwarten

Das Ergebnis dürfte weit überproportional zulegen, regelrecht durch die Decke gehen. Wegen günstigerer Kostenstruktur infolge steigender Umsatzbasis erwarten Analysten und Analystinnen im Konsens die Verdreifachung beim Ergebnis auf rund 21 Franken. Rieter bekommen Börsianerinnen und Börsianer damit aktuell für ein spottbilliges 7er-KGV! In der Vergangenheit waren die Anlegenden dagegen oft bereit, für die Aktie das 15-Fache, gelegentlich sogar das 30-Fache des Gewinns zu bezahlen.

Zudem: Rieter notiert an der Unterstützung im Bereich um 150 Franken. Kurzfristig orientierte Anlegende setzten darauf, dass der Titel der Marke wie zuletzt im vergangenen Mai schnell um 20 Prozent zulegen kann. Antizyklisch orientierte Anlegende steigen wegen der massiven Unterbewertung der Aktie ein.

Deutliche Kurssteigerungen gab es vor einer Woche bei Musterdepotwert Rock Tech Lithium. Das Unternehmen verfügt nicht nur über eigene Lithiumvorkommen in Kanada, sondern will bis 2024 in Deutschland auch eine eigene Fabrik zur Produktion von Lithiumhydroxid als Ausgangsstoff für Batterien an den Start bringen. Vergangene Woche feierte – nur 100 Kilometer vom Rock-Tech-Standort in Guben entfernt – die neue Tesla Gigafactory in Grünheide ihre erste Auslieferung von E-Autos.

Tesla sorgt für viel Fantasie bei Rock Tech

Das Interesse von Politik und Medien war enorm, Tesla-Gründer Elon Musk war da, und auch der Rock-Tech-Verantwortliche und Hauptaktionär Dirk Harbecke war zur Eröffnung der Tesla-Fabrik angereist. Der Medienrummel um Elon Musk und Tesla warf auch ein Schlaglicht auf die Rock-Tech-Story; immerhin will das Unternehmen den ersten Konverter in Europa bauen.

Nach Produktionsstart Anfang 2024 plant das Unternehmen bis Ende des Jahrzehnts etwa alle ein bis zwei Jahre den Start eines weiteren Konverters. Bis 2030 sollen insgesamt fünf solcher Fabriken von Rock Tech laufen.

Anlegende spekulieren jetzt darauf, dass bereits im Laufe des April die Bekanntgabe eines ersten Abnehmers von Lithiumhydroxid aus der Fabrik in Guben kommen wird. Möglicherweise zählt schon bald auch Elon Musk und seine Gigafactory zu den Rock-Tech-Kunden.

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