Die 100 ist ein schwerer Brocken, kaum zu knacken. Seit die Aktie von Walt Disney erstmals vor sieben Jahren im Kurs dreistellig wurde, entwickelte sich diese Marke zu einer ganz starken Unterstützung.  

Zigmal seit Anfang 2015 ist die Aktie des Unterhaltungs- und Medienunternehmens seither auf oder höchstens nur knapp unter die 100 zurückgefallen. In dem Zeitraum zählen charttechnisch orientierte Anleger insgesamt sechs klare Kurseinbrüche auf die psychologische Marke und dann aber schon in den folgenden wenigen Wochen oder Monaten einen blitzschnellen Rebound.  

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Da waren jedes Mal zweistellige Kursgewinne drin – 20 Prozent, 30 Prozent, 50, ja sogar bis zu 100 Prozent Kurssteigerung nach einem Rücksetzer auf die 100-Dollar-Marke. Nachdem das Dow-Jones-Mitglied im März vor einem Jahr auf ein Allzeithoch knapp über 200 Dollar gestiegen war, ist die Aktie seither im Rückwärtsgang.  
 

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Vor allem seit November erodierte die Aktie schnell und immer schneller und hat sich in sieben Monaten fast halbiert. Durch diesen steilen Kursrückzug wurde aber vor wenigen Tagen wieder einmal – zum ersten Mal seit dem Ausbruch von Corona vor zwei Jahren – die psychologische Marke von 100 Dollar erreicht.  

Und wie schon mehrmals seit 2015 ist die Aktie nun ziemlich schnell von dieser Zone wieder abgehoben. In wenigen Tagen steht ein Kursanstieg von rund 10 Prozent zu Buche. Ursächlich für den steilen Abstieg der Walt-Disney-Aktie seit November ist der Tech-Einbruch an der Nasdaq und global. Viele Technologieaktien haben sich dabei halbiert, gedrittelt oder auch geviertelt.  

Was aber hat Walt Disney – bekannt durch Disneyland, Mickey Mouse und zahllose Unterhaltungs- und Zeichentrickfilme und Bücher – mit Tech zu tun?  Das Medienschwergewicht aus Kalifornien nahe Los Angeles ist ein Multi-Unternehmen. Zur Unterhaltung kommen unter anderem Linienschiffe und ein Streaming-Dienst. Und genau das ist der Knackpunkt. Der grosse Konkurrent Netflix hat sich im Rahmen der Korrektur bei Tech-Werten seit November schon gedrittelt.  

Anders als bei Netflix ist der Beitrag des Streaming-Dienstes bei Walt Disney aber überschaubar. Auch ohne Streaming – Tech – arbeiten die Kalifornier profitabel und können auch ohne Tech gut leben.  

Tatsächlich kommen jetzt immer mehr Ferienreisen zurück, Tourismus ist wiederbelebt und die Unterhaltungssparte des Dow-Jones-Mitglieds läuft wie ein Dampfer weiter. Die Quartalszahlen brachten so einen überzeugenden Umsatzanstieg bei Walt Disney um 23 Prozent auf 19,2 Milliarden Dollar. In den ersten sechs Monaten – Walt Disney hat ein abweichendes Geschäftsjahr von Oktober bis September – gab es sogar ein Umsatzplus von 29 Prozent auf 41,1 Milliarden Dollar.  

Im abgelaufenen Quartal fiel der ausgewiesene Gewinn zwar von 0,50 auf 0,26 Dollar je Aktie. Aber bereinigt um negative Sondereffekte gab es sogar einen Anstieg beim Ergebnis von 0,79 auf 1,08 Dollar je Anteil.  

Die Ergebniszahlen für das Halbjahr sind noch überzeugender. Selbst inklusive negativer Sondereffekte kam es zu einem Gewinnanstieg um 71 Prozent auf 0,89 Dollar je Anteil und bereinigt um diese Effekte verdoppelte sich das Ergebnis auf 2,14 Dollar.  

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Für dieses Jahr erwarten Analysten im Konsens bei Walt Disney zwar ein nicht ganz günstiges 25er-KGV. Aber die Bewertung soll nach Einschätzung der Analysten durch steigende Gewinne in den nächsten vier Jahren auf ein 10er-Gewinnmultiple abschmelzen.  

Bei der Bewertung mit 25er-KGV muss man auch bedenken: Schätzungen zufolge beträgt der Wert der Disney-Marken 93 Milliarden Dollar – das ist der halbe Börsenwert des Unternehmens. Rechnet man das heraus, gibt es die Aktie schon jetzt zum 13er-KGV.  

Apropos Streaming: Während Netflix im ersten Quartal sinkende Abozahlen melden musste, konnte Disney die Zahl der Streaming-Kunden um 7,9 Millionen ausbauen.  

Wir nehmen einen Call auf Disney in das Musterdepot auf. Wir setzen darauf, dass die Aktie wie schon mehrfach in den letzten sieben Jahren nach dem Rebound von der 100-Dollar-Marke erneut schnell und steil nach oben geht.     

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