Die Lufthansa will im Zuge des verschärften Sparkurses mehr Stellen bei den Piloten streichen als bisher geplant. «Vor dem Hintergrund der angepassten Flottenplanung beläuft sich der Personalüberhang für den Cockpit-Bereich von Lufthansa Airlines auf mindestens 1100 Stellen ab dem Jahr 2022», sagte ein Konzernsprecher am Freitag und bestätigte damit einen Bericht des «Spiegel».

Sollten Vorruhestands- und Teilzeitangebote nicht ausreichen, erwägt Konzernchef Carsten Spohr dem Magazin zufolge betriebsbedingte Kündigungen.

Zuerst war von 600 Stellen die Rede

Im Juni hatte der Konzern noch den Wegfall von rund 600 Stellen im Cockpit in Aussicht gestellt. Wegen der deutlich langsameren Erholung des Luftverkehrs von der Pandemiekrise hatte die Fluglinie Anfang der Woche jedoch angekündigt, ihren Sparkurs zu verschärfen.

So soll die Flotte von Lufthansa und den anderen Airlines des Konzerns bis zu dem erst für Mitte des Jahrzehnts erwarteten Ende der Krise um 150 Maschinen auf rund 650 Flugzeuge schrumpfen, um 50 mehr als bislang vorgesehen. Darin sind geleaste Maschinen anderer Airlines eingerechnet.

Mit der Verkleinerung plant Spohr einen zusätzlichen Stellenabbau, um die Kosten zu senken. Demnach sind mehr als die bislang angekündigten 22'000 Vollzeitstellen gefährdet. Dies könnte auf eine Grössenordnung von rund 5000 zusätzlichen Jobs hinauslaufen, sagte Spohr laut Konzernangaben am Freitag auf einer digitalen Branchenkonferenz.

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(reuters/mbü)

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