Die Comet-Gruppe mit Sitz im freiburgischen Flamatt ist in der ersten Jahreshälfte in die roten Zahlen gerutscht. Nun wird die Sparte, welche die so genannte Ebeam-Technologie entwickelt und vertreibt, auf den Prüfstand gestellt.

Die Ebeam-Technik ermöglicht es beispielsweise, Nahrungsmittelverpackungen ohne den Einsatz von Chemie zu sterilisieren. Mögliche Anwendungsgebiete finden sich aber auch in der Pharmabranche. Das auf Elektronen basierende Verfahren ist schon seit Jahrzehnten bekannt, kam aber lange nur in Labors zum Einsatz.

Die Hofffnungen haben sich nicht erfüllt

Comet hatte Ebeam als drittes Standbein neben den Geschäften mit Röntgensystemen und Vakuumkondensatoren aufbauen wollen. Vor rund fünf Jahren sagte der damalige Konzernchef, dass die Technik bis 2023 der Hauptpfeiler von Comet sein werde. Der gewünschte Durchbruch setzte indes nicht ein.

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2018 entschied man in Flamatt deshalb, sich vom auf kundenspezifische Lösungen fokussierten Ebeam-Geschäft in den USA zu trennen und stattdessen die ganze Kraft auf die Entwicklung von Ebeam-Komponenten und -Modulen in Flamatt zu setzen.

Reorganisation, Neuausrichtung oder Verkauf

Nun prüft Comet «strategische Optionen» für den ganzen Geschäftsbereich. Dies heisst nichts anderes, als das neben einer Reorganisation oder Neuausrichtung der Sparte auch deren Verkauf in Betracht gezogen wird. Hintergrund ist der anhaltend schlechte Geschäftsgang der Sparte. In der ersten Jahreshälfte brach der Umsatz um über ein Viertel ein und das operative Ergebnis bewegte sich im negativen Bereich.

Auch sonst läuft es Comet derzeit nicht rund: Der Umsatz brach im ersten Halbjahr Semester um fast 24 Prozent auf 177,0 Millionen Franken ein, der operative Gewinn (EBITDA) verringerte sich von 32,1 auf 8,5 Millionen Franken. Unter dem Strich resultierte sogar ein Verlust von 3,1 Millionen Franken.

«Zyklusbedingter Umsatzrückgang»

Der schlechte Geschäftsgang ist hauptsächlich auf den «zyklusbedingten Umsatzrückgang im Halbleitermarkt» zurückzuführen. Nun schnürt Comet ein weiteres Sparpaket und kündigt eine Konzentration auf «profitable Wachstumsmärkte mit innovativen Standardanlagen» an.

Diese Pläne kommen nicht völlig überraschend. Die neue Unternehmensspitze hatte schon früher strategische Neuerungen angekündigt. Comet hat bekanntlich ein turbulentes Halbjahr hinter sich. Im Juni nahm Konzernchef René Lenggenhager nach nur knapp zwei Jahren im Amt den Hut. Interims-CEO wurde Verwaltungsratspräsident Heinz Kundert.

Dieser hatte sich erst Ende April als Kandidat des Grossaktionärs Veraison in einer Kampfwahl hauchdünn gegen den vom Verwaltungsrat vorgeschlagenen Kandidaten durchgesetzt. Damit endete ein monatelanges Seilziehen - bei dem es unter anderem um strategische Fragen ging.

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(awp/mbü)