Pharmakonzerne versprechen sorgfältige Impfstoffentwicklung

Neun führende westliche Pharmakonzerne sichern trotz des immensen Zeitdrucks eine sorgfältige Corona-Impfstoffentwicklung nach wissenschaftlichen Standards zu. In einem ungewöhnlichen Schritt schlossen sich die Rivalen AstraZeneca, GlaxoSmithKline, Johnson & Johnson, Merck & Co, Moderna, Novavax, Sanofi, Biontech und US-Partner Pfizer zusammen.

Die Firmen versprachen in einer Erklärung am Dienstag, dass die Sicherheit und Wirksamkeit bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes an oberster Stelle steht. Eine Zulassung oder Notfall-Genehmigung werde erst beantragt, wenn dessen Sicherheit und Wirksamkeit in einer entscheidenden Phase-III-Studie nachgewiesen sei, die den üblichen regulatorischen Anforderungen entspreche.

Weltweit forscht die Pharmaindustrie fieberhaft an Impfstoffen gegen das Coronavirus. Die Entwicklung in Rekordzeit sowie die Zulassung eines erstes Impfstoffes in Russland ohne die übliche grosse Wirksamkeitsstudie schüren jedoch Sicherheitsbedenken.

"Es herrscht neben dem Druck und der Hoffnung auf einen möglichst schnell verfügbaren Impfstoff auch viel Verunsicherung bei den Menschen, dass hier Schritte bei der Entwicklung ausgelassen werden könnten", sagte Biontech-Vorstandschef Ugur Sahin der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir möchten die Impfstoffentwicklung so weit wie möglich beschleunigen, aber wir werden keine Abkürzung nehmen und wichtige Schritte auslassen." Die Pandemie sei nur mit einem wirksamen Impfstoff aufzuhalten.

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