Actemra, ein Medikament gegen rheumatoide Athritis, wurde im März von den chinesischen Gesundheitsbehörden in die Behandlung von Covid-19-Patienten mit einer Lungenentzündung einbezogen. Roche hat Actemra im Wert von zwei Millionen Dollar in China gespendet.

Nun geht das Unternehmen selbst in eine klinische Phase. Genentech, die Roche-Tochter in den USA, arbeite mit der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA und der Biomedical Advanced Research and Development Authority Barda, der für die Bekämpfung von Pandemien zuständigen Behörde des US-Gesundeitsministeriums, zusammen, um eine randomisierte Doppelblindstudie mit 330 Patienten durchzuführen, schreibt die US-Tochter des Basler Konzerns.

Ziel ist es, die Sicherheit des Medikaments und die Wirksamkeit von Actemra im Vergleich zum aktuellen Behandlungsstandards zu eruieren. Es gehe darum, besser zu sehen, welche Rolle das Medikament bei der Bekämpfung der Krankheit speilen könne, wird Levi Garraway, Chief Medical Officer und Entwicklungschef von Genentech in der Pressemitteilung zitiert.

Die Actemra-Studie: 330 Patienten, 60 Tage

Zurzeit werde Actemra in mehreren unabhängigen klinischen Studien getestet, heisst es in der Mitteilung. Zudem wurde das Medikament am 3. März von der chinesischen Gesundheitsbehörde von der National Health Commission in die  Behandlungsanweisungen für Covid-19-Patienten einbezogen.

Trotzdem sei diese Studie vital, weil es bis jetzt keine gut kontrollierten Studien gebe und weil es nur beschränkte Publikationen zur Sicherheit und zur Wirksamkeit von Actemra gebe.

Die Studie wird den klinischen Status der Patienten und die Sterblichkeit untersuchen, ebenso wie den Einsatz von Beatmungsgeräten und anderen klinischen Variablen. Sie wird 60 Tage dauern. 

(rai)