Die Credit Suisse erwägt laut «Financial Times» eine Klage gegen die japanische Investmentgruppe Softbank im Zusammenhang mit der Abwicklung der CS-«Greensill-Fonds». Dabei geht es um Millionenschulden des US-Bauunternehmens Katerra, bei dem die Softbank eine der Hauptinvestoren ist. Katerra steht offenbar kurz vor der Pleite.

Das CS Asset Management wolle vor Gericht geltend machen, dass Softbank falsche Informationen über den Zustand von Katerra geliefert habe, schreibt die «Financial Times». Der japanische Investor hatte laut dem Bericht noch im November 2020 in eine Zahlung an die Greensill-Fonds eingewilligt, um Schulden von Katerra zu decken. Das Geld sei allerdings nicht plangemäss dort angekommen. Die CS wollte gegenüber der FT keine Stellung beziehen.

CS stellt Geschäftsbeziehungen mit Softbank ein

Laut CS-Angaben vom April belaufen sich die Ausstände von Katerra gegenüber den CS-Greensill-Fonds auf rund 440 Millionen Dollar. Gemäss diversen vom Mittwoch Medienberichten hat das US-Unternehmen bereits Tausenden von Mitarbeitenden die Kündigung mitgeteilt und sich aus Dutzenden laufenden Projekten zurückgezogen.

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Vergangene Woche hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg bereits mitgeteilt, dass die Schweizer Grossbank ihre Geschäftsbeziehungen mit Softbank einstelle. Sie werde keine neuen Geschäfte mit dem japanischen Unternehmen tätigen, hiess es in dem von der CS nicht kommentierten Bericht.

Komplizierte «Lieferketten-Finanzierungsfonds»

Die Credit Suisse hatte Anfang März bekanntgegeben, ihre mit Greensill Capital geführten «Lieferketten-Finanzierungsfonds» mit einem Volumen von rund 10 Milliarden Dollar abzuwickeln. Per Mitte Mai vermeldete die Bank eine Gesamtliquidität der Fonds von 5,9 Milliarden Dollar, an die Fondsinvestoren zurückgezahlt hat sie bisher rund 4,8 Milliarden Dollar.

Die CS-«Lieferketten-Finanzierungsfonds» investierten in Forderungen von Zulieferern Katerra an Unternehmen: Statt auf die Bezahlung durch das Unternehmen zu warten, verkauften Lieferanten die Forderung mit einem Abschlag an Greensill Capital, das diese Forderungen in die Anlagenfonds einbrachte.